In einladend-freundschaftlicher Atmosphäre querbeet durch die Bücherei stöbern - das können seit nunmehr zwölf Jahren Leseratten jeden Alters im "Büchertreff", einer Kooperation zwischen der Stadt und der katholischen Pfarrei St. Johannes Kronach. Mit einem breiten Angebot unterschiedlicher Medien bietet das 25-köpfige ehrenamtliche Team ein wertvolles Freizeit- und Bildungsangebot für alle Bevölkerungsgruppen; beginnend schon mit den jüngsten Bücherfans, für die eine bunte Spiel- und Lese-Ecke bereit steht.

"Familienfreundlich" - das ist dann auch das Haupt-Kennzeichen des "Büchertreffs" rund um seine Leiterin, Pastoralreferentin Birgitta Staufer-Neubauer. Die Familien-Bücherei darf sich nun über eine erneut hohe Auszeichnung freuen; erhält sie doch nach 2018/19 wiederum das "Büchereisiegel" 2020/21 in Gold für weitere zwei Jahre. Dabei schaffte man 14 der 15 vom Büchereifachverband St. Michaelsbund formulierten Anforderungen. Diese sollen helfen, Dienstleistungsangebot und Ausstattung der Büchereien prüfend in den Blick zu nehmen und zugleich positiv nach außen sichtbar zu machen.

Die Übergabe des Zertifikats erfolgte am Mittwoch im kleinen Rahmen durch Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber. Anlässlich der erneuten Auszeichnung war es diesem ein großes Anliegen, allen Helferinnen zu danken. Gedacht sei die Bücherei für Menschen jeden Alters, denen er den "Büchertreff" nur wärmstens empfehlen könne.

"Die Bücherei ist für Kronach ein tolles Angebot", würdigte auch Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann, die vor allem die im "Büchertreff" herrschende familiäre Atmosphäre heraushob. Das Team wisse um die Notwendigkeit des Lesens; verschließe sich aber gleichzeitig auch anderen Medien wie Filmen, Hörbüchern oder DVDs nicht. Auf großen Zuspruch stoßende aktuelle Zeitschriften rundeten das Angebot an vielseitiger Information ab.

Besonders lobenswert seien auch die sehr benutzerfreundlichen Öffnungszeiten. In der Corona-Zeit, in der man doch sehr eingeschränkt sei, schenke die Bücherei ein Stück weit Normalität. Gerne unterstütze die Stadt das so wertvolle Angebot, weswegen man den jährlichen Medienzuschuss von 5000 Euro auf 6000 Euro erhöht habe.

Die weiteren Kosten wie Miete, sonstige Raumkosten oder auch Corona-bedingte Sonderanschaffungen trägt die Kirchenstiftung. Ohne die Stiftung sowie die Ehrenamtlichen könnte die Bücherei nicht betrieben werden, verdeutlichte Kirchenpfleger Wolfgang Simon. "Die Bücherei ist Teil des Pfarrzentrums", bekundete er, dass der "Büchertreff" zur Pfarrei einfach dazugehöre. Die Entscheidung im Jahre 2008 für eine einzige Bücherei sei nicht ohne Bauchschmerzen verlaufen. Dennoch habe sie sich als richtig herausgestellt.

Aktualität ist wichtig

Sehr stolz auf ihr Team zeigte sich die Pastoralreferentin. In all den Jahren habe man nie Schwierigkeiten gehabt, genügend Mitarbeiterinnen zu finden. Die Auszeichnung nehme sie daher stellvertretend und auch als Bestätigung für deren geleistete Arbeit entgegen sowie als Ansporn, den hohen Standard aufrechtzuerhalten. Größten Wert lege man insbesondere auch auf Aktualität. Der Bestand wird vom Team konstant gehalten. So werden, wenn neue Bücher angeschafft werden, ältere beziehungsweise nicht oft ausgeliehene Bücher aussortiert und auf dem Flohmarkt verkauft. Neue Bücher kaufe man nahezu ausschließlich im örtlichen Buchhandel, um diesen zu unterstützen.

"Gerne holen wir uns Anregungen von den Lesern, die Zettel mit Buchvorschlägen in ein Glas werfen dürfen", betont Birgitta Staufer-Neubauer. Regelmäßig initiiert man auch Veranstaltungen wie Autorenlesungen und gerade auch besondere Angebote für die jüngsten Bücherwürmer, was aber aktuell aufgrund Corona nicht möglich sei. Dennoch habe man auch während der Schließung den Kontakt zu den Lesern aufrechterhalten.

Der St.-Michaelsbund hat die zugrunde liegenden 15 Mindestanforderungen, speziell zugeschnitten auf Art der Bücherei und Ortsgröße bzw. Einwohnerzahl, formuliert. Normgebend für die Auszeichnung sind 15 Kriterien, die Auskunft über Ausstattung und Dienstleistungsangebot der jeweiligen Einrichtung geben. Werden 12 oder 13 Punkte erfüllt, erhalten die Büchereien ein Siegel in Silber, bei 14 oder 15 Punkten in Gold. Für 2020/21 werden in der Diözese Bamberg 17 Büchereien mit Silber und 21 mit Gold ausgezeichnet.