Besonders in diesem Jahr ist der Heiligenstadter See sehr beliebt bei Ausflugsgästen. "Ja, das merken wir auch", bestätigt der Geschäftsleiter der Heiligenstadter Verwaltung, Rüdiger Schmidt. Doch wo viele Menschen sind, treten auch Probleme auf. "Da gibt es leider immer einige wenige, die auf nichts achten und Ärger bereiten", sagt Schmidt und berichtet weiter, dass immer wieder Jugendliche dort laut bis in die Morgenstunden feiern, leere Flaschen, Zigarettenkippen und anderen Müll hinterlassen, und sogar Glasscherben ins Kneipp-Becken geworfen haben, weshalb die Polizei eingeschaltet wurde.

Von zwei der Randalierer im Alter von zwölf und 14 Jahren konnten am vergangenen Samstag die Personalien aufgenommen werden.

Dieses Verhalten hat auch die Mitglieder des örtlichen Kneipp-Vereins empört, den es mittlerweile seit 20 Jahren gibt. "Da könnte man schon manchmal die Lust verlieren", meint der Vereinsvorsitzende Ernst Sebald. Der Verein hat das Gelände von der Marktgemeinde gepachtet und hegt und pflegt es ehrenamtlich und mit viel Engagement. "Alle 14 Tage wird das Becken abgelassen und richtig gesäubert. Die Hecken werden geschnitten und es wird regelmäßig gemäht. Uns motiviert, dass wir viel Lob von den Menschen bekommen", erklärt Sebald. Doch wegen der Randalierer müsse nun etwas geschehen. In den vergangenen Wochen waren ein Schild verbogen, eines entwendet und die Kneipp-Fahne beschädigt worden.

Anlieger beschweren sich

"Ja, da muss sich der Marktgemeinderat damit beschäftigen", bestätigt Rüdiger Schmidt, denn im Rathaus haben sich auch Anlieger beschwert. "Wir haben nichts gegen Feiern, aber dann dürfen Andere dadurch nicht mitten in der Nacht gestört werden und der Platz muss so hinterlassen werden, wie er vorgefunden wurde", meint Schmidt. Deshalb überlegt die Marktgemeinde, ob sie eine Benutzungsordnung oder eine Grünanlagensatzung erlassen will. Darin könnte dann festgelegt werden, dass am See nicht geraucht und kein Alkohol getrunken werden darf. Das Feiern könnte zeitlich eingeschränkt und Hunde könnten verboten werden.

Eine solche Satzung könnte auch für die Spielplätze erlassen werden, denn auf einem hatten sich die Randalierer ebenfalls zu schaffen gemacht und Schrauben an den Geräten gelockert. "Dadurch wird dann eine rechtliche Grundlage geschaffen", erklärt Schmidt und man könne Bußgelder verlangen. Im Augenblick müssen die Mitarbeiter des Bauhofes oft ausrücken und alles wieder sauber machen.

Zu Beginn der Saison hatte die Marktgemeinde überlegt, ob der See überhaupt gefüllt werden soll, denn es gibt in diesem Jahr keine Toiletten. "Der vorherige Gemeinderat hatte bereits darüber nachgedacht, ein kleines Gebäude mit Toilette, Dusche und Entleerungsstation für Wohnmobile errichten zu lassen", berichtet Rüdiger Schmidt.

Thema im Gemeinderat

Bisher waren von Mai bis September Dixie-Toiletten angemietet worden. Wegen der Corona-Pandemie müssten diese aber ständig gereinigt und desinfiziert werden. "Da haben wir leider das Personal nicht dazu", erklärt Schmidt. Der neue Marktgemeinderat habe bereits angekündigt, sich mit den Themen des Heiligenstadter Naturbadesees nach den Ferien zu beschäftigen.