Josef Hofbauer

Die Rede ist von einer interkommunalen Zusammenarbeit. Zu deutsch: Gemeinsam geht's besser. Das haben sich die Bürgermeister von zwölf Gemeinden zwischen Waischenfeld und Gosberg, zwischen Kunreuth und Unterleinleiter bzw. Gößweinstein und Weilersbach auf die Fahnen geschrieben. Für eine Fläche von 313 Quadratkilometern - etwa der Größe von München - sollen ein "Vitalitätscheck" und eine gemeinsam Flächenmanagement-Datenbank erstellt werden.


Bürger sind eingeladen

Nicht über die Köpfe der Bürger hinweg, sondern gemeinsam mit den 30 000 Menschen, die in diesem Gebiet leben. Eine Möglichkeit, sich hier einzubringen bietet das "Allianz-Cafe" Fränkische Schweiz aktiv am Samstag, 21. Oktober, in der Turnhalle der Gemeinde Pretzfeld. "Diese Bürgerbeteiligung beginnt bei der Jugend", erklärt Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE), Ebermannstadt. Schüler des Gymnasiums Fränkische Schweiz, der Realschule Ebermannstadt sowie der Grund- und Mittelschulen aus Gößweinstein, Ebermannstadt und Kirchehrenbach stellen den Teilnehmern der Veranstaltung vor, was sie unter dem Begriff Heimat verstehen und verdeutlichen, welche Faktoren erfüllt sein müssen, dass sie in der Region eine Zukunft haben.


Abwanderung fordert raus

Die selektive Abwanderung junger Menschen, so die Pretzfelder Bürgermeisterin Rose Stark (Die Ökologen) sei eine der Herausforderungen, der sich alle Kommunen der Fränkischen Schweiz stellen müssten. Weitere Themen nannte Stadtplanerin Christiane Wichmann vom Ingenieurbüro Perleth, Schweinfurt, die das Projekt begleitet. Steigender Flächenverbrauch, zunehmender Leerstand in den Ortskernen, Infrastruktur und Nahversorgung sowie Stärkung des Tourismus seien gemeinsam leichter in den Griff zu bekommen.
Es gelte ein Bewusstsein für die Region zu schaffen, findet Bürgermeisterin Rose Stark. Es gehe nicht darum, dass einer den Absatz seiner landwirtschaftlichen Produkte sicher stellt, und andere sich für den Naturschutz einsetzen, vielmehr müsse eine Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft angestrebt werden, aus der sich ein Mehrwert für alle in der Region lebenden Menschen (Erholung, Tourismus) ergibt.
Bürgermeisterin Christiane Meyer ergänzt: Auch bei der Revitalisierung leer stehender Gebäude in Ortskernen, gelte es, neue Wege zu gehen. Wenn jemand solche Gebäude aufkauft und saniert, sei für solche Projekte durchaus eine finanzielle Förderung durch den Zusammenschluss der Kommunen denkbar. Solche Positivbeispiele führten dazu, dass in anderen Regionen ähnliche Projekte umgesetzt würden.


Gedankenaustausch erwünscht

So versprechen sich die Bürgermeister der zwölf Mitgliedsgemeinden von "Fränkische Schweiz aktiv", die Projektleiter der Kommunen und die Planer vom "Allianz-Cafe" in Pretzfeld eine riesige Ideensammlung und einen Gedankenaustausch. "Das kann von überregionaler Kinderbetreuung bis zu gemeinsamen Jugendveranstaltungen reichen", verdeutlicht Rose Stark.
"Wir müssen einfach mal anfangen und schauen, wo sich gemeinsame Handlungsfelder ergeben", zeigte sich Bürgermeisterin Christiane Meyer tatendurstig.