Längere Diskussionen führte der Rugendorfer Gemeinderat über die notwendige Sanierung verschiedener Ortsstraßen. Brigitte Radtke wünschte sich in der jüngsten Sitzung eine Gesamtübersicht zum Sanierungsbedarf. Dann könnte man, je nachdem, wie viel Geld im Haushalt zur Verfügung steht, Prioritäten setzen.

Hermann Dippold schlug eine Begehung aller Straßen vor, was Sandra Zeitler allerdings für nicht machbar hielt, weil man für die etwa 36 Kilometer Gemeindestraßen wohl eine Exkursion über 24 Stunden veranstalten müsste.

Dennoch, betonte Alexander Schmidt, sollte man jetzt endlich konkrete Maßnahmen beschließen und Reparaturen nicht weiter aufschieben. Unterstützung erhielt Zeitler von Bürgermeister Gerhard Theuer, der darauf hinwies, dass man mit dem Verzögern im Straßenbau versucht habe, Schulden zu vermeiden. Je länger man aber warte, desto teurer würden auch die Reparaturen, ergänzte Elisabeth Schmidt-Hofmann.

Als vordringlich erkannt hatte der Gemeinderat nach einer Ortsbesichtigung eine Teilsanierung der Industriestraße im Gewerbegebiet. Die wird unter anderem auch von Lastwagen benutzt und hat sich bereits in Teilbereichen an den Rändern gesenkt. Dort sind auch die Randsteine instabil.

Für gut 72 000 Euro soll dies möglich zeitnah repariert werden, vergab der Gemeinderat den Auftrag.

Für weitere 6500 Euro soll auch unter anderem der Übergang von der Kreisstraße KU 22 in die Straße nach Kübelhof und Feldbuch instandgesetzt werden, wo "man beim Abbiegen befürchten muss, dass einem die Achse um die Ohren fliegt", wie es Hermann Dippold drastisch beschrieb.

Ohne Diskussion genehmigte der Gemeinderat Anschaffungen der Feuerwehr im Ortsteil Zettlitz. Für 3572 Euro werden der Aufbau des von der Stadtsteinacher Feuerwehr übernommenen Unimogs ergänzt und weitere Schutzausrüstungen für die Feuerwehrleute gekauft.

Mit der Heißwassermethode habe man zwischenzeitlich weiteren Befall von Bäumen mit dem Eichenprozessionsspinner bekämpft, teilte Bürgermeister Theuer mit. Auch dem sich ausbreitenden Riesenbärenklau, der bei Berührung heftige Hautreaktionen hervorrufe, sei man zu Leibe gerückt. Bei einem Sturm seien Äste von der Linde am Dorfplatz abgebrochen, die der Bauhof entfernt habe. Demnächst, so der Bürgermeister, solle nach Rücksprache mit der Naturschutzbehörde im Landratsamt ein Sicherungs-Rückschnitt an dem Naturdenkmal erfolgen.

Kein Wartehäuschen möglich

Nicht im Sinne der Antragsteller positiv beantworten konnte Theuer zwei Anfragen von Gemeinderats-Dauerbesucher Friedheim Puls. Der hatte darauf hingewiesen, dass Schulkinder weiterhin gegenüber der Arztpraxis selbst im strömenden Regen auf den Bus warten müssten.

Ein Wartehäuschen könne man dort aus Platzgründen nicht aufstellen, so Theuer. Den Gehsteig könne man nicht freischwebend überdachen, und für ein zurückgesetztes Häuschen würden die Anlieger keinen Grund abgeben.

Auch sei derzeit aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen noch keine Bürgerversammlung durchführbar, die letzte fand 2019 statt.