Ralf Pistor liegt der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen in der Gemeinde Neuenmarkt sehr am Herzen. Zuletzt hatte der CSU-Gemeinderat mit seiner Fraktion beantragt, verschiedene Baumfällungen einzustellen und noch einmal über das weitere Vorgehen bei der Umsetzung des Baumkatasters zu beraten. "Ich hatte immer wieder eindringlich darum gebeten, nicht alle Bäume zu fällen, die im Kataster aufgelistet sind. Die Pflege sollte vorgehen. Leider hat da alles nichts geholfen", so Pistor.

Praktikable Lösung

Wie Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung aufzeigte, stehen nach den Auswertungen des Baumkatasters noch 53 Bäume zur Fällung an. Die meisten davon stehen an der Straße von See nach Reuthlashof und am Parkplatz am Weißen Main bei Schlömen.

Ralf Pistor erläuterte, eine Variante gefunden zu haben, "die praktikabel ist und ganz gut klappen könnte". Fällungen sollen danach nur noch stattfinden, wenn eingeleitete Pflegemaßnahmen keinen Erfolg erzielt haben oder eindeutig Gefahr für die Bevölkerung besteht.

Externe, ehrenamtliche Berater könnten bei der Entscheidung mit einbezogen werden - mit Roland Ramming und Jürgen Gieger hatte er bereits zwei ausgesprochene Fachmänner gefunden. "Beide sind in unserer Gemeinde wohnhaft und haben sofort Ja gesagt."

In der Praxis soll das so aussehen, dass Bauhof und Baum-Experten gemeinsam die weitere Vorgehensweise festlegen. "Ich bin der festen Überzeugung, dass uns dann kein Richter jemals vorwerfen kann, wir hätten verantwortungslos oder fahrlässig gehandelt" so Pistor.

Der entsprechende Beschluss wurde bei nur einer Gegenstimme von Martin Kaiser (FW) gefasst. Bei einem Ortstermin erinnerte Bürgermeister Wunderlich daran, dass der Gemeinderat bereits 2018 das Erstellen eines Baumkatasters beschlossen hatte.

Ergebnis verwunderte

Alle Bäume auf Gemeindegrund seien von Forst-Ingenieur Johannes Wurster aufgenommen und katalogisiert worden. Das Ergebnis habe Gemeinderat und Verwaltung "sehr verwundert". Viele Bäume, so hieß es, könnten nicht mehr gerettet werden.

In der Folge stellte die CSU-Fraktion dann den Antrag, die 53 noch zu fällenden Bäume nochmals genauer unter die Lupe zu nehmen und deren Lebensdauer mit Pflegemaßnahmen zu verlängern. "Wir wollen schauen, ob wir den einen oder anderen Baum noch retten können. Ich bin Ralf Pistor dankbar, dass er gleich hinter den Kulissen weiter gearbeitet hat und mit Roland Ramming und Jürgen Gieger zwei erfahrene Baum-Experten auf ehrenamtlicher Basis gefunden hat", so Wunderlich.

Unabhängig von dem weiteren Vorgehen habe man 40 000 Euro für die Neuanpflanzung und die Pflege von Bäumen im Haushalt 2021 eingestellt.