Die Wählergemeinschaft Marktleugast hat in der Jahresversammlung in der Klosterbräu Marienweiher den von der Gemeinde geplanten neuerlichen "Griff in den Geldbeutel" der Bürger angeprangert. Allerdings, so hieß es, sei die Erhöhung der Friedhofs-, Abwasser- und Wassergebühren wohl nicht abwendbar.
Die Wählergemeinschaft kritisierte öffentlich die Konsolidierungspolitik des Marktes. "Ja, die Konsolidierung hilft uns, Schulden abzubauen. Aber zu welchem Preis?", fragte Vorsitzender Norbert Volk.


"Steuersatz wie in München"

"Wir haben 1,4 Millionen Euro bekommen, aber wir haben jetzt auch einen Spitzensteuersatz wie er in München gilt. Und wir haben eine Straßenausbaubeitragssatzung bekommen", sagte Volk. "Wir haben viele ältere Mitbürger, die nicht mehr wissen, woher sie das Geld für all die Kosten nehmen sollen."
Zudem stünden bereits neuerliche Erhöhungen an. In der nächsten Sitzung gehe es um die Gebühren für Wasser, Abwasser und Friedhof. "Wir haben eine eklatante Unterdeckung, eine Anhebung ist nicht abzuwenden. Aber es trifft wieder die Geldbeutel der Menschen", so Volk. Schon jetzt wies die WGM darauf hin, dass man mit Ausnahme der vorgeschriebenen Erhöhungen keine weiteren Mehrbelastungen der Bürger mehr dulden werde.
Derzeit sei auch das Pilgerbüro verwaist. "Wir müssen sehen, dass wir jemanden finden. Denn sonst tut sich hier wieder ein Loch auf", so Volk.


Finger in die Wunden legen

"Wir wollen nicht alles kaputt machen, aber wir wollen Finger in die Wunden legen", pflichtete Georges Frisque bei. Er prangerte an, dass es seit Jahren keine Vorstandssitzung des Kindergartenvereins gegeben hat, dass es nur einen kommissarischen Vorstand gibt und dass die Buchhaltung inzwischen von einem Steuerbüro getätigt wird.
Auch der Informationsfluss zwischen Bürgermeister und den Gemeinderäten verlaufe nicht optimal. "Wir wollen mehr Transparenz, wie bekommen kaum Informationen vor den Sitzungen", so Frisque. Ein Beispiel sei der geplante Hühnerstall-Neubau. Frisque wehrt sich dagegen, über den Bau ad hoc entscheiden zu müssen. "Normalerweise hat man hat Wochen Zeit, wir müssen innerhalb von vier Wochen entscheiden", pflichtete auch Volk seinem Fraktionskollegen bei.
Siegfried Baierlein betonte, dass manche vermeintlichen Erfolge gar keine seien. So habe der Markt Marktleugast zwar nur zwei Prozent Arbeitslose zu verzeichnen, doch viele junge Menschen würden wegziehen.
Ein Dorn im Auge der WGM sind die beschließenden Ausschlüsse. "Wir haben den Antrag gestellt, dass die wieder abgeschafft werden sollen, doch das wurde abgeschmettert. Wir möchten, dass im gesamten Gemeinderat entschieden wird", so Volk.


Die Neuwahlen

Auch der Vorstand wurde neu gewählt. Norbert Volk bleibt an der Spitze der WGM, als Stellvertreter fungieren Georges Frisque und Irina Klier. Schriftführer bleibt Marco Rödel, Kassierer Markus Müller. Zu Beisitzern wurden Margit Köhler, Daniel Hofmann, Markus Weber und Siegfried Baierlein gewählt. Die Kasse prüfen Friedbert Hofmann und Manfred Köhler.