Katharina Müller-Sanke Henriette Heine stand zum ersten Mal auf der Bühne des Schlosstheaters Thurnau und hat sogleich alle verzaubert. Sie spielte bei der Premiere des Stücks "Bleib doch zum Frühstück" die Rolle der hochschwangeren, jungen Punkerin Luise dermaßen überzeugend, dass manch einer im Publikum dachte, sie spiele sich selbst. Ein bisschen war es vielleicht auch so. Die Rolle war ihr wie auf den Leib geschrieben.

Die Aufführung war nicht wie ein Theaterstück, sondern fast wie ein Blick ins Wohnzimmer. Ihr Spielpartner János Kapitány und sie bildeten eine wunderbare Einheit - zwei Gegensätze, die sich so herrlich ergänzten, als zeigten sie das wahre Leben.

Das Stück "Bleib doch zum Frühstück" unter der Regie von Wolfgang Krebs spielt mit Stereotypen. Manchmal werden diese Stereotypen dermaßen überzeichnet, dass es schon fast zu viel ist. Aber eben auch nur fast. Darum geht's: Georg ist ein Beamter durch und durch. Er ist korrekt und penibel. Ganz anders Luise. Luise steht zwar kurz vor der Entbildung, aber einen Plan hat sie noch nicht. Sie lässt das Leben kommen, wie es eben kommt. Nach einem Streit mit ihrem Freund, der ein Stockwerk über Georg wohnt, klingelt sie bei ihm und bettelt ihn um Geld an. Es entwickeln sich Diskussionen, ein Streit und spannende Dialoge, die am Anfang noch etwas platt sind, die sich im weiteren Fortgang der Geschichte aber immer weiter vertiefen.

Es wird immer deutlicher, dass Extreme selten gut tun und dass beide glücklicher werden in ihrem Leben, wenn sie bereit sind, sich zu öffnen und zu entwickeln.

Im Anschluss wurde bei manchen Besuchern noch diskutiert, wer denn diese Konflikte von zu Hause kennt.

Weitere Aufführungstermine sind: 26. Januar , 1.,9. und 15. Februar und am 1. und 7. März. Samstag wird jeweils um 19.30 Uhr gespielt. Sonntag findet das Theater um 17 Uhr statt.