Der 85:70-Auswärtssieg in Tel Aviv am 7. Dezember war für die Bamberger Brose-Basketballer eine Art Initialzündung: Fünf Erfolge aus sechs Euroleague-Partien verbuchte der deutsche Meister nach dem Coup in der israelischen Metropole. Auf diesen Höhenflug der Mannschaft von Andrea Trinchieri folgte allerdings in den letzten vier Partien wieder die Ernüchterung. Trotz einiger Topleistungen - wie beispielsweise letzte Woche in Nürnberg gegen Real Madrid - ging das deutsche Aushängeschild vier Mal in Folge leer aus. Diese Negativserie wollen Nicolo Melli & Co. nun am Donnerstag (20 Uhr) beim ersten Heimauftritt nach sieben Auswärtsspielen seit fast einem Monat gegen Maccabi Tel Aviv beenden und möglichst einen neuen Lauf starten. - bei sechs Heimspielen in den verbleibenden zehn Partien sind die Play-offs noch in Reichweite.
Maccabi liegt punktgleich mit den Bambergern - beide Teams haben sieben Siege auf dem Konto - auf Platz 14. Und das ist eine Katastrophe für den Traditionsverein, dessen Basketball-Abteilung in Israel Kultstatus genießt. Nachdem Maccabi Rishon dem Rekordmeister in der letzten Saison den Titel weggeschnappt hatte, wollte Maccabi einen Neuanfang starten, doch es lief auch in dieser Saison ziemlich viel schief. Mit Ainars Bagatskis sitzt seit Weihnachten bereits der vierte Trainer auf der Maccabi-Bank.
Und in dieser Woche folgten dann auch noch Gerüchte um Topstar Sonny Weems. Der Scharfschütze bestritt zwar, Drogen genommen und einen Dopingtest verweigert zu haben, trotzdem wird der Flügelspieler nicht mehr für Tel Aviv auf Korbjagd gehen.


Mit Weems fehlt ein Topstar

Dies ist ein herber Verlust für die Mannschaft, denn Weems verbuchte in der Euroleague bisher im Schnitt 11,6 Punkte, 3,3 Rebounds und 3,4 Assists. Doch Trinchieri sieht das vorerst nicht als Vorteil: "Wenn ein sehr guter Spieler fehlt, kann das die Mannschaft in den ersten Spielen meist sehr gut kompensieren. Vor allem Goudelock wird dadurch noch gefährlicher. Er trifft auch von der Mittellinie." Bambergs Trainer kennt den Amerikaner genau, denn er holte den Scharfschützen 2013 nach Kasan. "Er war immer für 30 Punkte gut."
Mit 16,8 Zählern im Schnitt ist Goudelock der beste Werfer im Maccabi-Team und sichert zudem noch 2,8 Rebounds und verteilt 2,9 Vorlagen. Aber auch Colton Iverson, Victor Ruud und Devin Smith weisen zweistellige Effektivitätswerte auf, trotzdem gelangen dem Aushängeschild des israelischen Basketballs in den letzten elf Königsklassen-Partien nur zwei Siege. Den letzten gab's in der Vorwoche mit dem 60:52-Heimerfolg gegen Darussafaka Istanbul.
In der israelischen Meisterschaft steht Maccabi zwar auf Rang 1, kassierte in der Super-Liga aber auch schon drei Niederlagen. Zuletzt mühte man sich zu einem 91:85-Sieg über den Vorletzten Maccabi Ashdod.
"Wir wollen einfach nur gewinnen, egal, wer uns gegenübersteht. Ich habe das Gefühl, dass wir einen Sieg verdient haben, weil wir auf dem richtigen Weg sind", betont Trinchieri.