Karl-Heinz Hofmann Ist der Feuersalamander auch im Frankenwald gefährdet? Im Steigerwald bei Ebrach wurde kürzlich ein Salamander tot aufgefunden. Da die labortechnische Untersuchung die traurige Vermutung bestätigte, dass er von der gefährlichen Krankheit "Salamanderpilz" (Barachochytrium salamandrivorans, kurz "Bsal" oder auch Salamanderpest) befallen war, schlägt der ehemalige Präsident der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft, Olaf Schmidt, Alarm und bittet um Vorsicht und Aufmerksamkeit. Inzwischen seien nämlich noch mehr Exemplare mit dieser Erkrankung im Steigerwald gefunden worden, teilt Schmidt mit. Der Steigerwald besitzt eine große und stabile Population. Daher ist das Auftreten dieser tödlich verlaufenden Krankheit dort besonders bedrohlich.

Auch im Frankenwald kommen noch stabile Feuersalamander-Populationen vor, obwohl diese hier in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen ist. Dennmoch sieht Schmidt durchaus Vorsicht und Achtsamkeit auch im Frankenwald angebracht.

Der Hautpilz verursacht eine Chytridiomykosedie (gefährliche Amphibienkrankheit). Er greift die Haut an und verursacht tiefe Verletzungen und Geschwüre. Bakterien besiedeln die Verletzungen und führen dann als Sekundärinfektionen zu einem raschen Tod. Der Pilz ist ab fünf Grad Celsius aktiv, hat sein Optimum bei zehn bis 15 und stirbt bei 25 Grad ab.

Der ursprünglich aus Asien stammende Pilz wurde vermutlich über den bei Terrarianern beliebten Feuerbauchmolch nach Europa eingeschleppt und verursachte 2010 bereits ein Massensterben von Feuersalamandern in den Niederlanden und Belgien - kurze Zeit später in Deutschland in der Eifel und im Ruhrgebiet. Neben Feuersalamandern befällt er alle heimischen Molcharten, andere Amphibienarten können Bsal übertragen, erkranken aber nicht.

Ausbreitung verhindern

Das Landesamt für Umwelt hat bereits eine Untersuchung in Auftrag gegeben, um die Verbreitung des Pilzes im Steigerwald zu ermitteln. Da eine Infektion mit Bsal für Feuersalamander fast immer tödlich verläuft, aber noch keine wirksamen Gegenmaßnahmen bekannt sind, ist es das wichtigste Ziel, die weitere Ausbreitung des Pilzes so weit möglich zu verhindern. In der betroffenen Region sollten deshalb Amphibien nicht angefasst werden, Waldbesucher auf den befestigten Wegen bleiben und Hunde nicht ohne Leinenanbindung laufen gelassen werden. Gewässer aller Art sowie ihre Uferbereiche sollten nicht betreten werden.

Hierzu bestätigt der Leiter des Forstbetriebes Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten, Peter Hagemann. "Auch wir nehmen die Nachrichten über die Ausbreitung der ,Salamanderpest' sehr ernst. Zum Glück haben wir bis jetzt aber keine betroffenen Tiere gefunden. Im Frankenwald ist der Feuersalamander im Staatswald überall heimisch, allerdings nicht in sehr großer Stückzahl. Die Schwerpunkte seines Vorkommens liegen in besonders naturnahen Bereichen, die meist aus Naturschutzgründen nicht bewirtschaftet werden. Das lässt hoffen, dass sich die Krankheit nicht so schnell dorthin ausbreitet. Anders sieht es in unserem Lichtenfelser Raum aus. Dort liegen deutliche Schwerpunkte der regionalen Feuersalamandervorkommen bei uns im Staatswald. Diese Bereiche sind zwar ebenfalls aus Naturschutzgründen bereits aus der Holznutzung genommen, dort ist aber der Anteil an Waldbesuchern und ihrer Hunde größer".

Hagemann bittet ausdrücklich um entsprechende Rücksicht auf die gefährdeten Arten. Besonders Quellbereiche der Bäche sollten gemieden werden. Er weist dabei auf die erst kürzlich geschaffenen Biotope in der Rennsteigregion hin. "Durch die Schaffung der zusätzlichen Biotope wird die Lebensgrundlage für alle Amphibien deutlich erweitert. Damit wird auch das Risiko für die einzelnen Arten zum Beispiel bei Infektionskrankheiten oder anhaltender Trockenheit vermindert. Unser Ziel im Staatswald: Nachhaltiger Schutz der Artenvielfalt", betont er. Auch der Geschäftsführer des Naturparks Frankenwald, Dietrich Förster, nimmt sich der Sache mit gebotener Fürsorge an. "Noch sind bei uns im Frankenwald keine Erkrankungen bekannt", sagt er. Förster bittet aber zugleich um eine Vorwarnung.