aBernhard Panzer Vor vielen Jahren schon haben die beiden Herzogenauracher Sportartikelunternehmen sich aus dem Innern der Stadt an den Rand orientiert. Auf einer großen Fläche an der Nordumgehung hat Puma seine Zentrale neu errichtet und erweitert seither stets. Ähnlich ist es bei Adidas, nur noch eine Nummer größer: Die drei Streifen haben sich in der ehemaligen Miltärkaserne "Herzo Base" niedergelassen.

Die neuen Standorte waren damals ein riesiges Bekenntnis zum Heimatstandort. Und sie schaffen jetzt, da nahezu alle neuen Gebäude außerhalb errichtet sind, neue Perspektiven für die Innenstadt. Sowohl die Immobilien von Puma als auch Adidas sind frei geworden und haben neue Besitzer gefunden. Und das schafft wiederum Perspektiven für das größte Herzogenauracher Weltunternehmen, nämlich Schaeffler.

Der Konzern hat nämlich vor ein paar Wochen das ehemalige Verwaltungsgebäude von Adidas erworben. Das Areal liegt nebenan, auf der anderen Seite der Straße. 1000 Büroarbeitsplätze und 250 Parkplätze werden dort geboten.

Für Bürgermeister German Hacker ist die Entwicklung an den beiden alten Standorten der Sportartikler für die Stadt "ganz hervorragend". In der Würzburger Straße hat Puma 2017 seine ehemalige Verwaltung an den Nürnberger Immobilienentwickler P+P verkauft. Der ältere Teil wird zu Wohnungen umgebaut, der neuere Bereich wird Interimsrathaus (wir berichten hierüber in einer der kommenden Ausgaben).

Große Bedeutung

Zurück zu Adidas: Das noch innerstädtisch gelegene Areal hat laut Hacker eine große Bedeutung für Herzogenaurach. Dass Nachbar Schaeffler jetzt zum Zuge kommt, sei die Ideallösung. Schon viele Jahre, so Hacker, sei das Anwesen nicht mehr im Besitz von Adidas gewesen. Dass es jetzt auf den Markt kam, war für Schaeffler reizvoll. Es bot sich ja geradezu an, das benachbarte Areal zu erwerben. Laut Pressemitteilung des Unternehmens zum Erwerb der Immobilie Anfang Dezember verfolgt man im Rahmen der Standortentwicklung in Herzogenaurach einen langfristigen Plan und setzt dabei auch auf den sukzessiven Zukauf angrenzender Liegenschaften.

Die Stadt war freilich eingebunden in die Überlegungen. "Wir haben schon immer einen engen Kontakt zu Schaeffler", sagt Hacker. Allerdings könne er diese Dinge nicht in der Öffentlichkeit besprechen. Das galt auch für die Verhandlungen der Adidas-Liegenschaft. "Das waren ja private Verhandlungen", sagte der Bürgermeister.

Das Objekt wurde auch der Stadt schon mal angeboten, sagte Hacker. Auch das Rathaus habe eine Zusammenstellung des Portfolios bekommen, so wie es bei Maklern üblich ist. "Für uns ist das jenseits aller Größenordnungen", so der Bürgermeister. Also auch für ein Interimsrathaus wäre der Platz viel zu groß gewesen.

Umso mehr freut sich Hacker über die jetzige Entwicklung. Das Areal liege zentrumsnah, habe Potenzial für tausend Büroarbeitsplätze oder mehr und es gebe viele Parkplätze. Und auch der Endhalt einer Stadt-Umland-Bahn werde in seiner Bedeutung dort nochmal unterstrichen.

Umzug Ende 2019

Nach Auszug der Adidas-Mitarbeiter sollen dort nach Umbauten im vierten Quartal 2019 die ersten Schaeffler-Mitarbeiter einziehen, teilte das Unternehmen im Zusammenhang mit dem Kauf mit. "Mit dem Kauf des Adi-Dassler-Platzes schaffen wir die notwendigen Voraussetzungen, um den Standort Herzogenaurach zukunftsfähiger zu machen und die Attraktivität der Schaeffler-Gruppe als Arbeitgeber weiter zu verbessern", sagte Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld.

Weitere Flächen gekauft

Im Lauf des Jahres 2018 hatte Schaeffler bereits das Galgenhof-Gelände an der Ostseite des Werksgeländes und das auf der Nordseite angrenzende Areal neben der Freiwilligen Feuerwehr erworben. Dort liegt beispielsweise der alte Herzogenauracher Bahnhof, dessen ehemalige Güterhalle ja als Campingbahnhof bekannt ist. Dessen Kündigung hatte jüngst für etwas Wirbel in der Öffentlichkeit gesorgt.

Schaeffler hat sich über die beabsichtigte Nutzung bislang noch nicht konkret geäußert. Als Fakt aber gilt, dass man nach wie vor Parkplätze braucht. Auf FT-Anfrage hieß es damals nur: "Wir sind derzeit in einem Planungsprozess zu den Nutzungsmöglichkeiten der Flächen nördlich unserer Werksgrenzen. Deshalb können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht konkreter werden."