"Es ist eine schöne Abwechslung vom Alltag in dieser besonderen Zeit", sagte Carolin Steiner aus Coburg nach der fast zwei Stunden dauernden Vorstellung des Circus Henry. Viele Besucher bedauerten sehr, dass am vergangenen Wochenende die letzten Vorstellungen am Samstag- und Sonntagnachmittag im Zirkuszelt in Dörfles-Esbach stattfanden. Zehn Vorstellungen waren es in dieser Saison. Dabei waren die rund 500 Plätze im Zelt stets gut besetzt.

"Wir waren sehr zufrieden", betonte der Zirkuschef Georg Frank. Geboten wurde von dem Familienzirkus, der schon mehr als 200 Jahre alt ist, wie ein Wandergewerbeschein beweist, ein kurzweiliges Programm, das unter dem Motto "Spaß - Spannung - Spitzenleistungen" stand.

"Es war ein total anderes Programm als in der letzten Saison", stellten viele Besucher fest, die bereits im vergangenen Jahr schon einmal den Zirkus besucht hatten. Es wurde ausschließlich von den zwölf Familienmitgliedern aus drei Generationen gestaltet. Artistik wurde sowohl am Boden als auch hoch oben unter der Zirkuskuppel und auf dem Seil gezeigt. Außerdem wurden Tierdressuren mit Rassepferden, Kamelen, Alpakas und Ponys sowie Clownerie geboten, in die auch das Publikum einbezogen wurde.

Artisten mit Leib und Seele

Auf die Zuschauer sprang der Funke sofort über, denn es war spürbar, dass die Artisten mit Leib und Seele gerne im Zirkus arbeiten. Viele Besucher bedauerten, dass es keine weiteren Vorstellungen in Dörfles-Esbach mehr geben wird. Viele Besucher nutzten in der Pause die Gelegenheit, die Tierschau zu besuchen. Dabei standen die Zirkusmitglieder Rede und Antwort zur Haltung und zur Dressur der Tiere. Zu sehen waren auch viele Tiere wie Ziegen und Hunde, die nicht in der Vorstellung auftraten. Besondern die Hundewelpen hatten es den jungen Besuchern angetan. "Wir verzichten bewusst auf Wildtiere, weil wir diese nicht artgerecht halten können", betonte der Zirkuschef Frank.

Seit 18 Monaten gastierte der Circus Henry, der aus Schlesien stammt, in Dörfles-Esbach. Wegen der unsicheren Corona-Lage will er keine weiteren Vorstellungen mehr geben. Zirkusdirektor Frank ist sehr dankbar für die Hilfsbereitschaft in Dörfles-Esbach, wo man sehr gut aufgenommen worden sei. Dabei lobte er besonders die Gemeindeverwaltung, die sich sehr um den Zirkus kümmere, aber auch die Wohnbau, die für die Unterbringung der Tiere die alten Garagen, die eigentliche abgerissen werden sollten, stehengelassen hatte. Über den Winter will der Zirkus noch in Dörfles-Esbach bleiben, aber im nächsten Jahr, Anfang März, will er dann weiterziehen. Georg Frank bedauerte in einem Gespräch, dass es sehr schwierig sei, Spielplätze in der näheren Umgebung zu finden. Er werde immer wieder vertröstet und höre sehr viele Ausreden, warum man dort das Zirkuszelt nicht aufschlagen könne, was er sehr bedauerte.

Damit der Zirkus mit seinen Tieren, die täglich ihr Futter haben wollen, im Winter über die Runden kommt, sind Spenden jeglicher Art willkommen. Die Zirkusdirektion ist unter der Rufnummer 0152/53222806 erreichbar.