In einer Sondersitzung des Kreistags wurde es im März beschlossen: Die FOS am Rennsteig wird zum kommenden Schuljahr von Ludwigsstadt nach Kronach verlegt. Unklar ist jedoch, ob Fördergelder für den Chemie- und Physikraum der FOS zurückgezahlt werden müssen.
Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins "Rennsteigregion im Frankenwald" vergangener Woche ging Regionalmanager Willi Fehn auf die Leader-Förderung ein. Grundsätzlich entstehe bei jeder Förderung eine Zweckbindungsfrist. Diese betrage zwischen fünf und zwölf Jahre. Bei der FOS am Rennsteig stehe nun noch ein Betrag von etwa 90 000 Euro im Raum, weil die Bindefrist erst ab 2015 zu belaufen begonnen habe.


Gespräch nach den Ferien

Ein Lichtblick war für den Verein allerdings, dass Sabel sich bereit erklärt hat, den Physik- und Chemiesaal in Ludwigsstadt weiterhin zu nutzen. Allerdings kann dieser nicht wie angedacht auch für den Physik- und Chemieunterricht verwendet werden. "Ich habe das prüfen lassen. Das ist rechtlich nicht möglich", erklärte der Ministerialbeauftragte für die Berufliche Oberschule in Nordbayern, Hansjörg Bosch, auf FT-Anfrage.
Eine Schule sollte möglichst in einem Gebäude sein. Grundsätzlich müsse diese aber - falls im Schulgebäude ein räumlicher Engpass vorhanden ist - an einem Standort sein, um einen pädagogisch sinnvollen Unterricht ermöglichen zu können. Ludwig Unger, der Leiter der Pressestelle des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst schlug in die gleiche Kerbe. Einen Unterricht für Physik und Chemie in Blockbeschulung in Ludwigsstadt wird es nicht geben. Unger wies darauf hin, dass sich nach den Osterferien die Schulleiter der FOS am Rennsteig sowie der beiden Kronacher Realschulen an einem Tisch setzen werden, um nach einer Lösung zu suchen.


Baumgärtner enttäuscht

Darauf, wie sich diese letztlich gestaltet, gab es keine Antwort. "Die Gespräche finden erst statt", so Unger. Ziel müsse es von Anfang sein, dass sich alle notwendigen Beschulungsräume in einem greifbaren Umfeld befinden und lange Wege vermieden werden.
Wie bereits berichtet, soll die FOS auf dem Loewe-Campus entstehen. Vier Klassenzimmer, zwei Verwaltungsräume und eine Cafeteria sind für den Anfang geplant. Bei der Frage, ob nun der Verein "Rennsteigregion im Frankenwald" Fördergelder für den Physik- und Chemiesaal zurückzahlen müsse, erklärten sowohl Bosch als auch Unger, dass dies nicht ihr Thema sei. Für den CSU-Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtne steht dagegen fest, dass dies nicht der Fall sein wird. Er berichtet von Gesprächen mit dem Kultusministerium und davon, dass Wahlfächer in Ludwigsstadt unterrichtet werden können. Der Physik- und Chemiesaal im Schulgebäude werde also weiterhin genutzt und somit müssten keine Fördergelder zurückbezahlt werden.
Baumgärtner macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung vom Ministerialbeauftragten. Das gehe so nicht. "Keine Lösungsvorschläge zu machen, ist zu wenig", so Baumgärtner. Ein Lob gab es allerdings für das Kultusministerium, das seit Wochen daran arbeitete, diese Herausforderung zu lösen.


Fünf Jahre Basisarbeit

Der Bürgermeister aus Ludwigsstadt und Projektleiter, Timo Ehrhardt (SPD), betont noch einmal wie wichtig es sei, eine Fachoberschule im Landkreis Kronach zu haben. Die Projektgruppe und der Verein "Rennsteigregion im Frankenwald" hätten fünf Jahre lang die Basisarbeit geleistet. Er hofft, dass dem Verein und der Stadt durch die Verlagerung der FOS am Rennsteig nach Kronach kein finanzieller Schaden entsteht. Er weist darauf hin, dass die Frage nach dem Beginn der Zweckbindung nicht eindeutig in dieser Thematik geklärt sei: "Wichtig ist nun, diese Schule zukunftsfähig zu machen." Das heiße in erster Linie die Erreichbarkeit der Staatlichen Anerkennung.
Das bedeutet, dass in diesem Jahr - ebenso wie in 2016 - wiederum zwei Drittel der Absolventen das Fachabitur mit Erfolgt bestehen müssen. Derzeit bereiten sich 18 Schüler darauf vor.