Seit über 40 Jahren ist die Feuerwehr Scherneck im Besitz eines Schlauchbootes. Das ist unter den Wehren im Landkreis Coburg schon eine Besonderheit. Das Boot war damals von einem Untersiemauer Bestattungsinstitut gespendet worden. Es war in dieser Zeit einige Male bei der Vermisstensuche, aber auch bei der Rettung und Bergung von in der Itz Verunglückten im Einsatz. An die intensive Suche nach einer vermissten Person vor einigen Jahren können sich die Aktiven noch gut erinnern. Außerdem wurde das Boot zur Absicherung des Sautrogrennens auf dem Untersiemauer Schlossteich gebraucht.

Über 3300 Euro gespendet

Doch so ein Schlauchboot hält nicht ewig. Es verlor Luft und war nicht mehr reparabel. Damit war das Boot für die 35 Aktiven der Wehr, die alle sehr intensiv damit geübt haben, nicht mehr sicher. Bei einer Hauptversammlung war angeregt worden, ein neues Boot anzuschaffen. Und wieder ist es ein Bestattungsinstitut, das als Unterstützer gewonnen werden konnte. Die Schernecker Feuerwehrleute mussten gar nicht so weit bei ihrer Spendersuche gehen: Jochen Gleißner, Chef des Bestattungsunternehmens Brehm in Coburg, ist Gerätewart bei der Wehr in Scherneck. Gleißner übernahm die Kosten von über 3300 Euro für ein neues Boot. Dieses konnte dann bei einem bekannten Feuerwehrausstatter bestellt werden.

Und nun ist es angekommen in Scherneck! Das feuerwehrrote Schlauchboot trägt die Aufschrift "FFW Scherneck" und den Namen des Spenders. Es ist drei Meter lang und 1,20 Meter breit. Bis zu 615 Kilogramm kann es tragen; es ist für vier Personen zugelassen, die es mittels Muskelkraft antreiben und steuern. Zur Sicherheit sind vier voneinander unabhängige Luftkammern vorhanden. Der Laufrollboden ist aus Schiffsbauholz gefertigt.

Und dann kam noch die Gemeinde Untersiemau ins Spiel. Um das Boot transportieren zu können, hat die Gemeinde einen Anhänger gekauft, auf dem das Boot stets einsatzbereit, da im aufgeblasenen Zustand, bleiben kann, bis es gebraucht wird. So verlieren die Feuerwehrleute im Falle des Falles keine Zeit. Für den Anhänger gibt es ein extra Gebäude.

Bei der offiziellen Übergabe an die Wehr waren viele Worte des Dankes zu hören. Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) sagte, die Investition sei absolut sinnvoll, da die Wehr ihren Stützpunkt nicht weit vom Fluss habe. Rosenbauer bekam von den Feuerwehrleuten die Zusage, dass der Bauhof das Boot auch für Arbeiten an den Ufern der Itz nutzen dürfe.

Wenn die Pandemie vorbei ist, will die Feuerwehr Scherneck bei einem Tag der offenen Tür ihr neues Wasserfahrzeug offiziell weihen lassen und der Öffentlichkeit vorstellen.