Friesen muss weichen

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Bei der Arbeitstagung der oberfränkischen Bezirksligen wird der Landesliga-Absteiger in die Ostgruppe verbannt.

Die Sommerarbeitstagung der beiden Bezirksligen West und Ost, die am Samstag im Sportheim des FSV Unterleiterbach stattfand, versprach einiges an Brisanz. Grund hierfür waren die Abstiege aus der Landesliga des SV Friesen und des TSV Ebensfeld. Dadurch ergab sich für den Westen nach geographischen Gesichtspunkten eine 17er-Liga, für den Osten blieben aber nur 15 Vereine übrig.
Bezirksspielleiter Gerald Schwan konnte schon aus diesem Grund alle 32 Vereinsvertreter willkommen heißen. Da sich im Vorfeld kein Club aus dem Westen bereiterklärt hatte, in der Ost-Liga zu spielen, muss die Mannschaft in die Bezirksliga Ost, die die wenigsten Gesamtkilometer an Wegstrecke in der Saison zurückzulegen hätte. Dies war nach Rechnung der Bezirksspielleitung der SV Friesen.


Josef Geiger plädiert

Vorgespräche mit den Verantwortlichen vom SVF brachten kein Ergebnis. 1#googleAds#100x100 Josef Geiger, Dritter Vorsitzender, des SV Friesen, erhielt das Wort und versuchte engagiert und mit vielen Argumenten den Weg in den Osten zu verhindern, plädierte an die Vereine geschlossen für eine 17er-Liga abzustimmen. "Als dem Spielkreis Coburg/Kronach/Lichtenfels zugehöriger Verein sind wir geborenes Mitglied der Bezirksliga West, der wir vor unserem Aufstieg in die damalige Bezirksoberliga bis 1998/99 stets angehörten", sagte Geiger und fuhr fort: "Eine 15er-Liga ist zum einen handelbar, wie der Westen in den vergangenen Jahren gezeigt hat, und zum anderen wäre es im Vorfeld durch die Relegation möglich gewesen, zwei 16er-Ligen zu schaffen. Es gibt für den SV Friesen überhaupt keine Gründe, im Osten zu spielen. Wir wollen in den Westen. Da gehören wir hin!"
Gerald Schwan wies in Bezug auf Verschiebungen von Ost nach West bzw. umgekehrt darauf hin, dass schon vor zwei Jahren damit begonnen wurde, Ost und West zu "sortieren". Eine 17er-Westliga würde Probleme nach sich ziehen. So gäbe es für die kommende Saison im Westen drei, im Osten aber nur einen Festabsteiger. Die Diskussionen der Teilnehmer hielten sich sehr in Grenzen. Wohlwissend, dass mit Friesen der Kandidat für die Ost-Liga gefunden war. Dennoch hätte dies in einer Abstimmung noch verhindert werden können. Eine Überhangliga, also mit 17 Mannschaften im Westen, hätte es nur dann gegeben, wenn eine Abstimmung ohne Gegenstimme zustande gekommen wäre. Doch 18 der 32 Vertreter entschieden sich für zwei 16er-Gruppen mit je zwei Absteigern und drei Relegationsplätzen; 14 votierten für die Regelung 17-15. Der Bezirksspielleitung wurde damit der Auftrag erteilt, entsprechende Spielpläne zu erstellen.
Bezirksschiedsrichter-Obmann Siegfried Brehm verwies darauf, die Schiedsrichter des Bezirks über die zahlreichen Regeländerungen und -anpassungen intensiv zu schulen und zu fördern, und stellte die Änderungen vor. Die Strafgewalt des Schiedsrichters beginnt nun schon ab der Platzaufbaukontrolle.


Rückgang bei den Vergehen

Hans-Karl Schleicher, Beisitzer des Sportgerichts, konnte insgesamt auf einen Rückgang der Vergehen verweisen. Aus der West-Liga mussten 52 Sportgerichtsfälle behandelt werden, genauso viele wie in der Parallel-Klasse. Schleicher wies die Vereinsvertreter noch darauf hin, dass Sperren über die Saison hinaus Gültigkeit haben, dies gelte auch bei Vereinswechsel.
Bezirksvorsitzender Karlheinz Bram sprach die vielen Möglichkeiten der Online-Angebote auf der BFV-Homepage an. Sie erleichtern allen das tägliche Vereinsgeschäft. So verwies er u.a. auf das Hochladen von Spielberechtigungen und auch darauf, dass Freigaben auch kurzfristig kein Problem seien. Neue Schulungen - Moderne Vereinsverwaltung / kreative Vereinshomepage - werden im Herbst angeboten; zwei pro Kreis, so Bram.


Meinungsbild-Abfrage

Im Vorgriff auf die Winterarbeitstagung, die am 14. Januar 2017 in Kulmbach stattfindet, unterbreitete der Bezirksspielleiter den Teilnehmern eine Meinungsbild-Abfrage zum Abstiegsmodus. "Leistung contra Gebietsschutz" stand zur Debatte. Die Anwesenden hatten die Möglichkeit, ihr Votum dafür abzugeben, künftig nach vollzogenem Auf- und Abstieg in die Landesliga eine getrennte Relegation der beiden Bezirksligen zu spielen. Dies hätte zur Folge, dass möglich Umgruppierungen nicht mehr nötig wären. Dafür wären jedoch mitunter Überhänge in den einzelnen Spielzeiten möglich, wenn die Zahl der Landesliga-Absteiger die der Aufsteiger in eine der beiden Bezirksligen übersteigt. So wie es schon diese Saison hätte kommen können, wenn die Vereinsvertreter geschlossen für eine 17èr-West-Liga gestimmt hätten.


Karsamstag statt Ostermontag

Die Saison 2016/17 beginnt am 23./24. Juli. Auf Beschluss der Vereine wird am Karsamstag 2017, statt Ostermontag, gespielt. Die erste Relegationsrunde findet am 26. Mai 2017, die letzte Runde am 9. Juni statt. Die Auf- und Abstiegsregelungen werden bis spätestens 31. Juli veröffentlicht.
Der Vertreter des ASV Kleintettau informierte darüber, dass bei Unbespielbarkeit des eigenen Platzes in den Wintermonaten die Spiele beim SV Steinach (Thüringen) auf einem Kunstrasenplatz stattfinden.