Einen würdevollen Abschied nahmen Verwandte, Freunde und Weggefährten von Albert Meyer, der Ende November im Alter von 94 Jahren verstarb. Der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete und Staatssekretär wurde am Donnerstag im Familiengrab auf dem Schweinfurter Hauptfriedhof beigesetzt. Mit viel Blumenschmuck, zahllosen Kränzen sowie Gestecken war die Aussegnungshalle in ihrer vollen Breite dekoriert. Neben dem Sarg in der Mitte hing ein großformatiges Foto des stets bescheiden auftretenden Politikers.

In freundschaftlicher Verbundenheit und mit vielen tröstenden Worten hielt Diakon Manfred Griebel den Trauergottesdienst. Vor rund zehn Jahren saß Griebel am Sterbebett von Albert Meyers Ehefrau Ursula und führte tiefsinnige Gespräche mit dem jetzt Verstorbenen, den seine engsten Freunde so nannten, wie es einst seine Mutter tat: "Lulu" - das Wölflein.

Dabei war es für Albert Meyer ein großes Anliegen, dass er selbst einmal von dem Haßfurter Diakon beerdigt werde. Dieser Wunsch wurde dem Verstorbenen zuteil, genauso wie sein Ansinnen, nicht alleine zu sein. Seine langjährige Freundin Dietlind Denninger sowie Landrat Wilhelm Schneider mit seiner Ehefrau Larissa, die sich in den letzten Jahren um ihn liebevoll gekümmert haben, begleiteten den auch im hohen Alter sehr rüstigen Senior während seiner letzten Stunden bei ihm zu Hause in Haßfurt.

In Vertretung von Staatssekretär Gerhard Eck, der sich momentan in Quarantäne befindet, hielt Staatsministerin Dorothee Bär aus Ebelsbach eine 30-minütige Trauerrede. Gleichzeitig überbrachte die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung Beileidsbekundungen von Ministerpräsident Markus Söder und dem bayerischen Finanzminister Albert Füracker, in dessen Ressort Albert Meyer einst 19 Jahre den Vertreterposten des Ministers innehatte.

"Als Dreijährige war ich schon sehr beeindruckt von dem fürsorglichen, netten Mann, der mir immer CSU-Bonbons gab", schilderte Dorothee Bär ihr erstes Zusammentreffen mit Albert Meyer, als ihr Vater Werner Mantel als damaliger Ebelsbacher Bürgermeister wieder einmal die CSU-Geschäftsstelle in Haßfurt besuchte und die kleine Dorothee mitnahm.

Bereits einige Jahrzehnte zuvor war Albert Meyer ebenfalls gut beurteilt worden, wie Bär erinnerte. Nicht von einem jungen Mädchen, sondern offiziell als Sachgebietsleiter beim Finanzamt in Bad Neustadt: "liebenswürdiger Beamter mit Initiative, guten Umgangsformen, vielseitig interessiert, zielbewusst und unbestechlich". Schon im Jahr 1958 wurde Albert Meyer so beschrieben, wie er auch die nächsten 62 Jahre war.

"Wo man auch war, Albert war stets präsent. Jeder kannte und schätzte ihn", sagte Dorothee Bär, die auch die Hochachtung verdeutlichte, die man ihm über die Parteigrenze hinweg entgegenbrachte. Selbst mit über 90 Jahren sprang Albert Meyer noch kurzfristig ein, wenn die Staatsministerin kurzfristig verhindert war. Niemand war vor oder nach ihm so lange Staatssekretär. Unter den Ministerpräsidenten Alfons Goppel, Franz-Josef Strauß und Max Streibl übte der Haßfurter dieses Amt bei insgesamt vier Finanzministern aus. Bär stellte sogar die Behauptung auf, dass wohl auch in Zukunft keiner diese Leistung übertrumpfen kann. "Wir verlieren mit Albert Meyer einen Freund, einen bescheidenen Ratgeber, einen loyalen Staatsmann und einen großen Parteifunktionär", so Bär.

"Es gibt nur wenige Persönlichkeiten, die unseren Landkreis so geprägt haben wie Albert Meyer", zollte der Landtagsabgeordnete und CSU-Kreisvorsitzende Steffen Vogel dem Verstorbenen Respekt und Anerkennung. Auch wenn er die große Politik bereits im Jahr 1998 verlassen habe, war er nie weg. Bis zum Schluss nahm er rege am politischen und gesellschaftlichen Geschehen teil. "Er ließ es sich auch nicht nehmen, für mich die Presseschau zu machen", sagte Vogel, dem Albert Meyer jeden Tag angestrichene Berichte in den Zeitungen zukommen ließ, die für seine Landtagsarbeit wichtig sind.

"Albert Meyer war ein Herzblutpolitiker." Wenn er nicht gerade in München war, konnte man ihm täglich in der Kreisstadt begegnen. Das sagte Bürgermeister Günther Werner, der dem Haßfurter Ehrenbürger die letzte Ehre erwies. Mit dem Herzen am rechten Fleck war Albert Meyer als Mitglied der Bayerischen Staatsregierung ein wichtiger Mann, der sehr viel Gutes für die Stadt Haßfurt und auch weit darüber hinaus tat.

Ein väterlicher Freund war Albert Meyer für Landtagspräsidentin a. D. Barbara Stamm. Emotional sehr bewegt schilderte die Würzburgerin ihre Verbundenheit zu Albert Meyer in guten sowie auch in schlechten Tagen. Als ehemalige Landtags- und Kabinettskollegin schilderte Stamm auch die hohe Bedeutung Meyers für den damaligen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß, der stets "von seinem" Staatssekretär aus Unterfranken sprach.

Unter den Trauergästen waren unter anderem auch Bundesminister a. D. Michael Glos, Schweinfurts Oberbürgermeisterin a. D. Gudrun Grieser, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und die ehemaligen Bundestagsabgeordneten Eduard Lintner aus Münnerstadt und Norbert Geis aus Aschaffenburg. Mit passender würdevoller Musik umrahmte die Sängerin Anja Gutgesell die Trauerfeier.

Zugelassen waren coronabedingt nur 50 Personen bei der Beerdigung. Wie Steffen Vogel mitteilte, wird es aber am 31. März 2021, dem Geburtstag von Albert Meyer, einen offenen Gedenkgottesdienst in der Haßfurter Ritterkapelle geben. Voraussetzung dafür sei natürlich, dass bis dahin die Corona-Vorschriften dies zulassen.