"Was lange währt, wird endlich gut!" Nach diesem alten Sprichwort kann man die Entwicklung des Katastrophenschutzzentrums des BRK-Kreisverbandes Kulmbach bezeichnen, das von der Planung im Jahr 2016 bis zur offiziellen Schlüsselübergabe am Samstag gut fünf Jahre in Anspruch nahm. Knapp eine Million Euro wurde in eine neue Fahrzeughalle und einen Sozialtrakt auf zwei Stockwerken investiert und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Landrat Klaus Peter Söllner (FW), Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) sowie Bezirkstagspräsident Henry Schramm (CSU) waren jedenfalls voll des Lobes über ein gelungenes Gemeinschaftswerk, bei dem rund 3000 ehrenamtliche Helferstunden von BRK, Bergwacht und Wasserwacht eingebracht wurden. Den kirchlichen Segen erteilten Pfarrerin Birgit Singer und Kaplan Sebastian Heim.

In ihrer Begrüßung machten Katastrophenschutzbeauftragter Maximilian Türk und seine Stellvertreterin Ines Sack deutlich, dass ein langer Traum in Erfüllung ging. Maximilian Türk: "Ganz ehrlich, so richtig angekommen ist das noch nicht. Endlich haben wir ausreichend Platz, alle unsere Fahrzeuge sicher und frostgeschützt unter- zustellen. Wir können unser Material pflegen und direkt vor Ort lagern, wir können uns hier duschen und auf die Toilette gehen, und sogar Schulungsräume haben wir bauen können."

Und dieser Traum hat eigentlich, wie Ines Sack betonte, bereits vor 25 Jahren begonnen, als die erste Unterkunft in der Flessastraße war, und auch aus der Unterkunft am Rothäusler musste man raus, da das alte Gebäude dem Media-Markt weichen musste. Auf dem jetzigen Gelände wurden dann die ersten Garagen errichtet, damals aber noch ohne einen Wasser- und Kanalanschluss und auch ohne Heizung. Maximilian Türk: "Wer schon mal versucht hat, einen gefrorenen Tauchanzug anzuziehen, kann sich sicher vorstellen, was das für unsere Ehrenamtlichen bedeutet hat."

Mit dem zweiten Bauabschnitt folgte die Errichtung einer 150 Quadratmeter großen Halle auf dem vorhandenen Areal. Ines Sack: "Das war mal ein Fortschritt! Viel mehr Platz schon, beheizte Garagen, Wasseranschluss, immerhin!" Aber schon bald war klar, dass der Platz "hinten und vorne" nicht reicht, wie es Maximilian Türk ausdrückte. Mit dem neuen Katastrophenschutzzentrum können aber alle Fahrzeuge vernünftig untergestellt werden. Ines Sack: "Wir haben sogar das wichtigste Material wie Feldbetten, Decken, Funktechnik vor Ort in einem kleinen Lagerraum im neuen Garagentrakt und wir haben Schulungsräume, eine kleine Küche und einen Materialpflegeraum, einfach super!"

Stellvertretend für alle Helfer wurde der Leiterin der BRK-Bereitschaft Kulmbach, Yvonne Zehe, dem Kreisbereitschaftsleiter Kai Ramming, dem technischen Leiter der Wasserwacht, Chris Draht, sowie Christian Schmitt für die Bergwacht gedankt. BRK-Kreisvorsitzender und Landrat Klaus Peter Söllner würdigte die gute Zusammenarbeit mit Architekt Matthias Schmidt, Statiker Ralf Hartnack und den am Bau beteiligten Firmen. Ein wichtiges "Scharnier" bei diesem Katastrophenschutzzentrum sei der frühere BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold gewesen.

Auch der neue BRK-Kreisgeschäftsführer Stefan Adam, OB Ingo Lehmann, Bezirkstagspräsident Henry Schramm und Sparkassenvorstand Harry Weiß sprachen von einem großartigen Gemeinschaftswerk, für das rund 330 000 Euro an Spendengeldern vom Landkreis Kulmbach, der Stadt Kulmbach, der Adalbert-Raps-Stiftung, Alpha Innotec, dem Bauunternehmen Vogel GmbH, der Oberfrankenstiftung und der Sparkassenstiftung bereitgestellt wurden. Rei.