Freitag ist Büchertag

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Über 100 Bücher stehen in der Kinderkrippe Haus Regenbogen in Michelau zur kostenlosen Ausleihe bereit.

Kinder lieben Bücher. Sie sind fasziniert von Bildern und Geschichten. Regelmäßiges Vorlesen trägt wesentlich zur frühkindlichen Sprachentwicklung bei. Auf der Basis dieser Erkenntnisse hat die Elternvertretung der Kinderkrippe Haus Regenbogen eine Bücherausleihe für die Kleinen initiiert, die mit großer Begeisterung angenommen wird. Erweitert wird die Sprachförderung im neuen Jahr durch das Bundesprogramm "Sprach-Kitas - weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist".
Freitag ist Büchertag in der Kita. Gespannt sitzen die Kleinen im Stuhlkreis, während die Erzieherin aus der Bücherkiste ein Buch nach dem anderen hervorholt und es vorstellt. Am Ende liegt eine große Zahl Kinderbücher vor der leeren Bücherkiste auf dem Boden und für die Kleinen ist der große Moment gekommen. Ein Kind nach dem anderen darf sich ein Buch für die kommende Woche aussuchen, während die Erzieherin die jeweilige Buchnummer notiert.


Eltern haben sich beteiligt

Natürlich ist die Ausleihe kostenlos, denn sämtliche Bücher wurden aufgrund der Initiative des Elternbeirats von den Eltern in Form von Buch- oder Geldspenden finanziert. Die Bereitschaft, sich zu beteiligen, war bei den Eltern überwältigend. In kürzester Zeit standen dem Haus Regenbogen über 100 Bücher zur Verfügung. Dabei handelt es sich um die verschiedensten Sachbücher, Bilderbücher aus unterschiedlichen Bereichen oder Bücher, in denen eine kindgemäße Geschichte erzählt wird.
"Natürlich hoffen wir darauf, dass sich die Eltern die Zeit nehmen, die Bücher mit ihrem Kind gemeinsam anzusehen" erklärt die Kita-Leiterin Regina Dümmlein. Profitieren von der Aktion sollen ja nicht nur die Kinder, auch die Kostenersparnis für die Eltern ist beträchtlich, denn so viele Bücher, wie durch die Ausleihe ins Haus kommen, würde sich eine Familie ansonsten kaum leisten.
Eine interessante Erweiterung und Ergänzung erfährt die Bücheraktion im neuen Jahr durch das Bundesprogramm zur Sprachförderung. "Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" nennt sich das Förderprogramm, mit dem viele Kindertagesstätten zu "Sprach-Kitas" aufgewertet werden. Sämtliche Kinder kommen in den Genuss dieser Förderung, aber natürlich soll damit auch die Integration von Migrantenkindern unterstützt werden. "Alle Kinder und ihre Familien sollen sich unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer Lebenssituation wahrgenommen und akzeptiert fühlen", heißt es dazu seitens des Bundesministeriums für Familie.
Natürlich können die Erzieherinnen im Rahmen ihrer ausgefüllten Kleinkindbetreuung nicht auch noch dies zusätzlich leisten. Deshalb stellt das Bundesministerium eine zusätzliche Fachberatung und eine konkrete Fachkraft für die einzelne Sprach-Kita zur Verfügung. Die Träger der Kindertageseinrichtungen erhalten einen Zuschuss zu den Personalausgaben für eine zusätzliche halbe Fachkraftstelle (19,5 Wochenstunden) sowie zu den projektbezogenen Sachausgaben und Gemeinkosten einen Zuschuss in Höhe von insgesamt 25 000 Euro pro Jahr.


Qualitätsentwicklung

Die jeweilige Sprach-Kita ist dabei nicht auf sich allein gestellt, denn sie ist Teil eines Verbundes aus zehn bis 15 Einrichtungen. Diese erfahren eine kontinuierliche Unterstützung durch eine zusätzliche externe Fachberatung. Diese qualifiziert die Kita-Tandems, die aus der Fachkraft vor Ort und der Kita-Leitung bestehen, mit dem Ziel, die Qualitätsentwicklung in der Einrichtung zu unterstützen. Regina Dümmlein sieht in Bücheraktion und Sprachförderung ein sich ergänzendes Paket.