Um für ihr Vorhaben zum Bau eines Bürgersolarparks auf einer landwirtschaftlichen Fläche zwischen Gößmannsberg und Oberfellendorf zu werben, waren Geschäftsführer Manuel Zeller Bosse und der Leiter der Projektentwicklung, Florian Wollenberg, von der Firma Südwerk Projektgesellschaft aus Burgkunstadt zur Marktgemeinderatssitzung im Streitberger Bürgerhaus gekommen.

Das Sondergebiet „Bürgersolarpark“ soll 8,5 Hektar umfassen, die Ausgleichsflächen rund 2,1 Hektar. Anstoßen wolle man einen Nachdenkprozess, was für die Energiewende im Markt Wiesenttal wichtig sei. Zeller Bosse ist sich durchaus bewusst, das s Freiflächenphotovoltaikanlagen gerade in der Fränkischen Schweiz ein sensibles Thema sind. Zweifellos sei der Klimawandel auch in der Fränkischen Schweiz angekommen, was aber nicht der einzige Grund für den Ausbau von Solaranlagen sei. Sondern auch das Ziel der Bundesregierung , klimaneutral zu werden.

Die Fläche, auf der seine Firma den Bürgersolarpark Wiesenttal bauen will, sei geradezu dafür prädestiniert. Von außen kaum einsehbar, da von Wald umgeben, und vom Boden her eine eher eingeschränkte landwirtschaftliche Nutzung wegen wenig Humus. Der gesamte Markt Wiesenttal habe 2017 Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen, mit dem Bau der Anlage, die geschätzte fünf bis sechs Millionen Euro kostet, würde man davon weniger als 0,5 Prozent verbrauchen.

Mit einer Schafbeweidung könne man den Solarpark einer landwirtschaftlichen Nutzung zuführen und neue Lebensräume für Vögel und Wildbienen schaffen. Denkbar wäre auch, einen Imker mit anzusiedeln. Wichtig sei, dass die Fläche nicht versiegelt werde.

Gemeinde würde mitverdienen

Die geplante Anlage würde pro Jahr etwa 9,7 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Die CO2 -Vermeidung liege pro Jahr bei 5800 Tonnen. Die Stromerzeugung selbst würde nur vier bis fünf Cent pro Kilowattstunde kosten. Für die Gemeinde entstünden weder Kosten noch hätte sie ein Risiko zu tragen. Im Gegenteil: Über 20 000 Euro würde der Markt jährlich auf 20 Jahre bekommen und außerdem die Gewerbesteuereinnahmen, weil die noch zu gründende Firma „Bürgersolarpark Wiesenttal“ in der Gemeinde angesiedelt werde.

Um das Projekt zu verwirklichen, müsse der Gemeinderat lediglich dem Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans und gleichzeitig der Aufstellung eines Bebauungsplans für ein Sondergebiet „Bürgersolarpark“ zustimmen. In 20 Jahren würde die Gemeinde somit rund 600 000 Euro verdienen. Verdienen sollen aber auch die Bürger vor Ort, die sich mit Einlagen an dem Projekt beteiligen können. Die Rendite für die Bürger bezifferte der Planer für einen limitierten Sparbrief auf bis zu zwei Prozent jährlich, für ein Nachrangdarlehen liege die Verzinsung bei etwa vier Prozent. Der Rest der Baukosten soll über Kredite von einheimischen Banken finanziert werden.

Auf die Frage aus dem Rat, wann die Anlage in Betrieb gehen soll, erklärte Zeller Bosse, dass es sein Ziel sei, den Spatenstich nach der Ernte im nächsten Jahr vorzunehmen. Ab Dezember 2022 könnte die Anlage dann Ökostrom produzieren und ins Netz einspeisen. Weitere Fragen ließ Bürgermeister Marco Trautner (FW) nicht mehr zu. „Eine Diskussion gibt es erst nach einem konkreten Antrag der Firma“, so Trautner.