Corona-bedingt lud der Neuseser CSU-Ortsvorsitzende Georg Peßler zu einer Videokonferenz die Ortsverbandsmitglieder ein. Wesentlicher Schwerpunkt der Aussprache war laut Pressemitteilung die "unzumutbare Verkehrssituation, hauptsächlich verursacht durch den Amazon-Lieferverkehr". Gleichfalls aber auch die Probleme der gemeinsamen Kläranlage im Zweckverband Abwasserbeseitigung Eggolsheim-Hallerndorf.

Der Ortsvorsitzende mahnte einen baldigen Zwischenbericht zum aktuellen Gesprächsergebnis mit Amazon an. Vor allem die am stärksten betroffene Bevölkerung von Neuses habe einen Anspruch auf frühzeitige Beteiligung.

Walter Hofmann regte an, über ein denkbares Verkehrskonzept rechtzeitig zu diskutieren. Das Problem mittels eines neuen Verkehrskreisels zu lösen, halte er nicht für zielführend. Ein solcher r sei nicht nur teuer, sondern auch eine zusätzliche Belastung für die Lkw-Fahrer. Ein Blick auf die ramponierten Teile des jetzigen Kreisels genüge.

Nachdem Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) mitgeteilt habe, dass die entstehenden Kosten nach dem "Verursacherprinzip" aufgeteilt würden, erwarte man dazu eine belastbare Investitions- und Kostenschätzung.

Nord-Süd-Verkehr

Wer den Fahrern helfen wolle, müsse sicherstellen, dass der Nord-Süd-Lieferverkehr im Wesentlichen über die Autobahn-Ein- und Ausfahrt Forchheim-Nord stattfinde. Dies wäre nicht nur für die Fahrer einfacher, es wäre auch eine wesentliche Verkehrsentlastung für Hirschaid, Altendorf, Buttenheim, Unterstürmig, Eggolsheim und Neuses. Der CSU-Ortsverband unterstütze die Gemeinde Eggolsheim, durch eine neue Verkehrsanbindung von Amazon die Verkehrsbelastung im Gewerbegebiet Neuses erträglicher zu gestalten. Die Betonblöcke müssten baldmöglichst wieder verschwinden. Auch deshalb solle Bürgermeister Claus Schwarzmann Kontakt mit der Firma Lidl aufnehmen.

Flächen versiegelt

Es sei nicht nachvollziehbar, dass beim dortigen Logistikzentrum viele Parkplätze errichtet worden seien, Flächen versiegelt wurden, aber nicht genutzt werden könnten. Anzustreben wäre eine wenigstens vorübergehende Nutzung durch Amazon-Lieferfahrzeuge. Auch Lidl trage Mitverantwortung für die Folgenutzung seines früheren Areals. Den "zu Unrecht viel gescholtenen" Fahrern bliebe nichts anderes übrig, als irgendwo "wild" zu parken.

Das Gleiche, so Manfred Schindler, gelte auch für die Kostenermittlung der Investitionen in die gemeinsame Kläranlage Eggolsheim-Hallern­dorf. Der CSU-Ortsverband Neuses erwarte, dass wie angekündigt die Kosten verursachergerecht aufgeteilt würden. Es gehe nicht darum, einen Kostenstreit zu beginnen, sondern eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu suchen, so MdL Michael Hofmann .

Der CSU-Ortsverband stellt klar, dass er die Anliegen der örtlichen Bürgerinitiative mit Nachdruck unterstütze. Saubere Luft und zumutbare Verkehrsbelastung müssten gemeinsames Ziel über Parteigrenzen hinweg sein. Deshalb, so Georg Peßler, lehne die CSU Neuses auch die weitere großflächige Ausweisung von Industrie- und Gewerbeflächen zwischen Staatsstraße und Bundesbahn in Neuses ab. Die Gemeinde werde auch unglaubwürdig, wenn sie "berechtigterweise" den Bau einer Autobahnrastanlage auf ihrem Gebiet wegen Inanspruchnahme von über zehn Hektar landwirtschaftlicher Flächen ablehne, gleichzeitig in Neuses aber 15 Hektar landwirtschaftlicher Fläche als Industrie- und Gewerbegebiet ausweisen wolle. Für diesen Fall müssten alle Anstrengungen einschließlich eines kommunalen Bürgerentscheids unternommen werden, um dies zu verhindern.

Georg Peßler kündigte an, dass in der nächsten Sitzung die Luftverschmutzung im Regnitztal, die im Raum stehende Bitumenmischanlage der Firma Bögl, aber auch die Situation im Kindergarten Neuses thematisiert würden. Dazu werde Georg Hofmann , Kindergartenbeauftragter der Kapellenstiftung Neues, berichten. red