Einstimmig ist in der jüngsten Stadtratsitzung der Grundsatzbeschluss gefallen, das Bauvorhaben der Medical Valley GmbH für das INAM-Institut zu unterstützen. Endlich, hieß es aus den Reihen von CSU , FW, JB und FGL. Denn das Vorhaben des Instituts für Nanotechnologie ist seit März im Gespräch.

Es geht um eine neue Stufe der Elektronenraster-Mikroskopie, hinter der die Firma Zeiss und das Fraunhofer-Institut steht. Die millionenteuren Geräte sollen in einem zusätzlichen Gebäude auf dem Medical-Valley-Grundstück aufgebaut werden. Und zwar ab kommendem März.

Die Vorgeschichte: Schon im März 2021 beantragte Manfred Hümmer (FW) die Institutsleiterin Silke Christiansen im Stadtrat zu hören. Das geschah im Mai, nicht-öffentlich. Der Hintergrund dazu ist, dass die Universitätsstädte Bayreuth und Erlangen gerne das ganze Institut bei sich angesiedelt hätten. Übereinstimmendes Ziel aller Ratsmitglieder ist es, die „Spitzenforschung“ in Forchheim zu halten. Damals ging es noch um eine einfache Containerlösung als Standort der Mikroskope, aber Eile wäre dennoch geboten gewesen, denn den Geldgebern und Geräteherstellern ist an einer schnellen Umsetzung gelegen. Dazu müssen diverse Verträge geschlossen und Vorgehensweisen abgestimmt werden. Allein die Fördermittel betragen um die acht Millionen Euro.

Im aktuellen Beschluss sagt die Stadt ideelle und „im Einzelfall“ auch finanzielle Unterstützung zu. Letztere ist so konkretisiert: Die Stadt bildet eine liquiditätsunterfütterte Rücklage in Höhe von 3,9 Millionen Euro, die als Kapitalzuschuss zur Verfügung steht.

Diese Summe überfordert die Stadt keineswegs, konnte sie doch durch die sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen durch Siemens Healthineers , also ebenfalls aus dem wissenschaftlich-technischen Bereich, bislang schon um die 40 Millionen Euro zurücklegen. Mehr Geld, als die Stadt verbauen, sprich investieren, kann. Das wäre arbeitstechnisch und auch von der Menge der Baustellen her gar nicht zu machen.

Die Containeranlage mit aufwändiger technischer Infrastruktur soll auf der Erweiterungsfläche hinter dem Medical-Valley-Gebäude entstehen. Ausdrücklich stellt das die Stadt dafür zur Verfügung. Auch eine zügige Bearbeitung des Bauantrags wurde zugesichert. Durch die Modulbauweise ist das Stadtbauamt wenig belastet. Thomas Werner ( CSU ) hakte dazu bei Oberbürgermeister Uwe Kirschstein ( SPD ) nach. Der erwartet nun den Antrag des Instituts und will im Gegenzug die Zusage der Stadt senden.

Nicht nur Werners Anliegen ist es, den Wissenschaftsstandort Forchheim auszubauen. Dazu verwies er auf das Vorgehen der Stadt Mainz gegenüber Biontech , wie es deren Oberbürgermeister der Presse geschildert hat: wirtschaftsfreundlich die Stadt voranbringen. Viele Stadträte sehen eine Ergänzung zu den innovativen Produkten von Siemens Healthineers .