Paukenschlag im Marktgemeinderat von Gößweinstein . Kurz nach 23 Uhr brach Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW) am Donnerstagabend die Sitzung ab. Die Beschlussempfehlung der Verwaltung, den Ausbau des Finsterwegs derzeit nicht weiterzuverfolgen, war knapp mit 7:8 Stimmen abgelehnt worden.

Begonnen hatte die öffentliche Sitzung schon mit einem kleinen Eklat. Als einziger Zuhörer war zunächst der frühere Bauamtsleiter Ferdinand Haselmeier gekommen, der schon um 19 Uhr das erste Mal Einlass begehrte, als die vorgeschobene nichtöffentliche Sitzung begann, in der zwei Bewerber ihre Konzepte als zukünftige Pächter des Höhenschwimmbads vorstellten. Die öffentliche Sitzung war laut Ratsinformationssystem auf 20.30 Uhr terminiert, laut amtlichem Mitteilungsblatt, auf das sich Haselmeier berief, schon um 19 Uhr. Um 20.40 Uhr begann dann die öffentliche Sitzung mit dem Tagesordnungspunkt „Bürgeranfragen“, bei er dann auch ein weiterer Bürger aus Moritz anwesend war, der sich zu dem geplanten Funkturm informieren wollte.

Haselmeier wollte unter anderem wissen, wer für den „Kurpark Stempferhof“, der inzwischen auch als „Kurpark Gößweinstein “ bezeichnet werde, verantwortlich sei. Denn es gebe Beschwerden, dass der Park verwildere. Dazu erklärte Zimmermann, dass die Bauhofmitarbeiter erst kürzlich wieder den Rasen gemäht hätten. Seit eineinhalb Wochen sei die Gemeinde dafür auch zuständig, zu einem bestimmten Teil aber auch der Stempferhof.

Weitere Anfragen lehnte Zimmermann ab und verwies auf die Tür, was Haselmeier als Rausschmiss deutete. „Auf Wiedersehen und Dankeschön für das demokratische Verhalten des Bürgermeisters “, ließ Haselmeier die Räte noch wissen, als die Saaltür hinter ihm mit einem Knall ins Schloss fiel.

Was Haselmeier nicht mehr miterlebte, war der Ausgang der Beratung über seinen Antrag auf der Bürgerversammlung, den Finsterweg zu ertüchtigen. Deswegen war er eigentlich gekommen. Mit 14 Ja- gegen zehn Nein-Stimmen hatten die Bürger in der Versammlung beantragt, dass der Finsterweg als „Umgehungsstraße light“ beziehungsweise Entlastungsstraße ausgebaut werden solle.

Über diesen Antrag der Bürger wurde dann aber gar nicht abgestimmt, sondern über die negative Beschlussempfehlung der Verwaltung. Der Finsterweg stehe derzeit nicht an erster Stelle. Priorität habe der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Sachsendorf in Richtung Siegmannsbrunn.

Bernhard Vogel ( SPD ) monierte, dass der Finsterweg als Umleitung inzwischen stark frequentiert und deshalb arg in Mitleidenschaft gezogen sei. Georg Lang ( CSU ) hielt dazu eine flammende Pro-Ausbau-Rede. In einer Richtung seien pro Tag schon 400 Fahrzeuge gezählt worden. „Der Finsterweg hat höchste Priorität, weil er die meistbefahrene Straße im Gemeindegebiet ist“, meinte Lang. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass zwischen Sachsendorf und Siegmannsbrunn mehr Fahrzeuge fahren“, gab ihm Maximilian Sebald (JUF) recht.

Zimmermann ließ schließlich abstimmen und unterlag. Wie nun mit dem Bürgerantrag weiter zu verfahren ist, muss Geschäftsleiter Peter Thiem prüfen.