Frauen bis Mitte 30 haben prozentual mit rund 74 Prozent etwas öfter einen Führerschein als Männer im gleichen Alter, die auf 73 Prozent kommen. Männer mit Führerschein haben häufiger ein eigenes Auto (oder auch mehrere) als Frauen und zwar über alle Altersklassen hinweg. Beides lässt sich aus den Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes ableiten.

Allerdings lässt sich nur die Besitzverteilung der Pkw präzise bis auf die lokale Ebene herunter verfolgen: Im Kreis Forchheim sieht es nach der Bestandsanalyse der Kraftfahrt-Bundesamtes für 2021 so aus: 35,7 Prozent der Pkw sind hier auf Frauen zugelassen, 58,5 Prozent haben Männer als Halter. Frauen sind für den Autohandel also eine interessantere Zielgruppe als Männer , wenn es gilt zusätzliche Kunden zu erschließen. Vor allem Frauen zwischen 18 und 34.

Es gibt weniger Firmenwagen

Eine sichere Bank für den Autohandel waren bisher die Firmen. Corona hat das geändert: Die Zahl der auf Firmen zugelassenen Pkw sank im Jahresvergleich um acht Fahrzeuge . Die Besitzverteilungsanalyse des Kraftfahrt-Bundesamtes , die einmal im Jahr erstellt wird, kennt drei Besitz-Bereiche: Männer , Frauen , Firmen. In der Praxis ergibt sich eine kleine Unwägbarkeit, wenn es um die Interpretation des männlichen und des weiblichen Verhältnisses zum und den Anteil am Autobesitz geht: Bei den Firmenwagen gibt’s keine Unterschiede nach Geschlecht, Männer und Frauen kommen je nach Job in den Genuss dieser Karossen. Aktuell gilt auf der Basis der 2021er Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes folgende Verteilung: Männliche Halter haben 46 077 der Pkw , gleich 58,5 Prozent (Vorjahr: 58,6 Prozent). Auf Firmen waren 4528 Pkw zugelassen. Das sind 5,8 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent). 28 109 oder 35,7 Prozent der im Kreis Forchheim zugelassenen Pkw (Vorjahr: 35,6 Prozent) haben eine Halterin. Das reicht in einer Bundesliga der Autohalterinnen für Platz 150 unter 400 auswerteten Stadtstaaten, Stadt- und Landkreisen. Spitzenreiter ist mit rund 39,4 Prozent Frauenanteil der brandenburgische Kreis Oder-Spree.

Frauen legen um 1,6 Prozent zu

Verglichen mit dem Vorjahr stieg die Zahl der Frauen mit eigenem Auto damit um 448. Das entspricht einem Plus von 1,6 Prozent. Bei den Männern stieg die Zahl der Fahrzeughalter von 2020 auf 2021 um 560. Das entspricht einem Plus von 1,2 Prozent. Bei den Firmen schrumpfte die Zahl der Firmen-Pkw um 8. Das entspricht einem Minus von 0,2 Prozent.

Autokauf setzt natürlich Führerschein und Bedarf voraus. Wie sich die Nachfrage nach automobiler Mobilität entwickelt, ist in der Diskussion. Insbesondere in Städten wird der ÖPNV forciert und zum Rad geraten. Was das Mobilitätsmittel Auto angeht, sind folgende Informationen aus dem Führerscheinregister auf Bundesebene verfügbar: Die Nachfrage junger Menschen nach Führerscheinen lag zum Stichtag 1. Januar 2021 leicht unter der des Vorjahres. Die Zahl der Fahrerlaubnisse hat nichtsdestotrotz mit 42,9 Millionen (Vorjahr: 41,7 Millionen) laut KBA-Führerscheinregister einen neuen Höchststand erreicht. Das Register liefert folgendes Bild: Von den 18- bis 20-jährigen Mädels haben gemessen am Bevölkerungsanteil 88,4 Prozent den Führerschein , bei den Jungs sind es 85,2 Prozent. Bei den 21- bis 24-jährigen Frauen haben rund 57,6 Prozent eine Fahrerlaubnis ( Männer 54,8 Prozent) und bei Menschen bis 34 haben bei den Frauen 72,7 Prozent eine Fahrerlaubnis ( Männer : 71,2 Prozent). Danach kippt die Verteilung stärker in Richtung Männer . Am Ende haben über alle Altersklassen hinweg aktuell die Männer 57,4 Prozent aller Führerscheine , die Frauen 42,6 Prozent. Wobei die Geschichte einen Haken hat: Corona. Während der Lockdowns gab’s Probleme damit, sich den Traum vom Führerschein und vom ersten eigenen Auto zeitnah zu erfüllen, weil sich die Führscheinanträge stauten und Fahrstunden nicht möglich waren. „Im Jahr 2020 wurden bundesweit 1,5 Millionen praktische Fahrerlaubnisprüfungen durchgeführt. Die Anzahl der durchgeführten praktischen Prüfungen ist um 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken“, sagt das KBA . Wieder mehr Führerscheine in der Zukunft, wenn Corona nicht mehr bremst? Die Fahrschulen hoffen darauf. zds