Der gemeindeeigene Kiosk in der Streitberger Bahnhofstraße ist derzeit noch die einzige gastronomische Einrichtung in Streitberg, die geöffnet hat. Nun beantragte der Kioskpächter eine Erweiterung seines Angebots unter Einbeziehung der ebenfalls gemeindeeigenen Scheune, die zu einer Bar mit Stehtischen und einem Verkaufsraum umgebaut werden sollte.

Grundsätzlich wolle man ein Engagement eines Gewerbetreibenden immer unterstützen, zumal in Streitberg die Gastronomie nicht mehr so vertreten ist wie in früheren Zeiten, meinte Bürgermeister Marco Trautner (FWW) beim Ortstermin. Für den Markt sei es jedoch eine Herausforderung, die Scheune gastronomisch zu ertüchtigen.

Angst vor hohen Kosten

„Im Brandschutz sehe ich die große Gefahr“, so Helmut Hofmann (Zukunft-Jura). Zweiter Bürgermeister Konrad Rosenzweig ( CSU ) betonte, das man erst mit der Genehmigungsbehörde reden müsse, um in Erfahrung zu bringen, welche Auflagen es gebe. In der Scheune, die derzeit als Lagerraum für den Kiosk genutzt wird, fehlt quasi alles für eine gastronomische Nutzung. Für den Kiosk genutzt werden aktuell auch die öffentlichen Toiletten im gegenüberliegenden Bürgerhaus.

Rosenzweig verwies darauf, das man in Streitberg viele leerstehende Gaststätten habe, in denen von der Küche bis zum Gastraum alles vorhanden ist, um diese sofort wieder öffnen zu können. Beispielsweise beim früheren Metzger.

„Im Rahmen der Möglichkeiten sollte man es machen“, sagte Hans Heißenstein (WU). „Ich begrüße das Vorhaben auch sehr, doch dafür brauchen wir ein Ingenieurbüro und ich denke, es kommen dann enorme Kosten auf uns zu“, zeigte sich Hofmann erneut skeptisch, zumal wenn die Gemeinde der Bauträger ist.

Nach der Ortsbesichtigung wurde im Muggendorfer Rathaus weiter über den Antrag des Kioskpächters diskutiert. „Das Ansinnen des Pächters ist zu begrüßen“, meinte Bürgermeister Trautner, bezweifelte aber, dass der Aufwand sich lohnt. „Alleine schon mit der Planung bleiben wir auf einem Haufen Euros sitzen“, erklärte Martin Polster ( BMW ). Er riet, den Plan nicht weiter zu verfolgen. Rosenzweig sprach von einem erheblichem Aufwand, bei dem er „gewaltige Bauchschmerzen“ bekomme. Aufwand und Kosten stünden in keinem Verhältnis zu dem, was man sich davon verspricht. Einstimmig wurde der Antrag des Kioskpächters auf gastronomische Nutzung der Gemeindescheune schließlich abgelehnt.

Neu in der Finanzverwaltung

Begonnen hatte die Sitzung im Rathaus mit der Vorstellung zweier neuer Mitarbeiterinnen in der Finanzverwaltung. Die 39-jährige Verwaltungsangestellte Verena Schleicher aus Krögelstein, gebürtige Zwickauerin, wird künftig für die Veranlagungen der Grundsteuer oder der Wasser- und Kanalbescheide zuständig sein und die 19-jährige Leonie Wolf aus Eschlipp wurde zur neuen Kassenverwalterin bestellt.

Chronist Hans Heißenstein informierte, dass die Chronik „50 Jahre Markt Wiesenttal “ so gut wie fertig ist und noch vor Pfingsten in Druck gehen kann. Sie umfasst mehr als 200 Seiten.