Im Vorfeld der Beratungen des Bundeskabinetts am Mittwoch in Berlin über ein neues Insektenschutzgesetz ("Aktionspaket Insektenschutz") haben am Montagabend Bäuerinnen und Bauern aus dem Kreisverband Forchheim des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) ein Mahnfeuer organisiert. Sie demonstrierten gegen pauschale Regelungen und die "verheerenden Folgen für die regionale Landwirtschaft".

Gehe es nach dem Willen der Bundesumweltministerin Svenja Schulze ( SPD ), sollen laut BBV die Bewirtschaftung oder notwendiger Pflanzenschutz auf 800 000 Hektar in Bayern - und damit auf mehr als 25 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche - verboten oder massiv eingeschränkt werden. "Wir brennen nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für die Artenvielfalt und den Umweltschutz. Das zeigen auch die Zahlen in Bayern: Auf mehr als der Hälfte der Bauernhöfe und rund 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche wird nach den Vorgaben der Agrarumweltprogramme gewirtschaftet", erklärte Hermann Greif, Kreisobmann für den Landkreis Forchheim und oberfränkischer Bezirkspräsident des BBV. Die von der Bundesumweltministerin vorgeschlagenen Maßnahmen hätten insbesondere dort gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft, wo Bauern in FFH- , Vogelschutz- und Naturschutzgebieten wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere geschaffen hätten, ihn mit ihrer Arbeit pflegen und erhalten würden.

"Im Landkreis Forchheim wären durch die neuen Einschränkungen in Naturschutzgebieten , Streuobstflächen, FFH- und Vogelschutzgebieten, an Gewässern und auf artenreichem Grünland rund 4000 Hektar landwirtschaftliche Fläche betroffen. Wir brauchen Kooperation statt neuer Verbote. Denn Naturschutz geht nur mit uns Bäuerinnen und Bauern ", sagte Hermann Greif.

Bund Naturschutz: überfällig

Der Bund Naturschutz (BN) dagegen hält es für unabdingbar, ernst zu machen mit einer Reduktionsstrategie für Pflanzenschutzmittel , wie sie jetzt für Schutzgebiete vorgeschlagen wurde. Auch der Aufruf zum Abbrennen von Mahnfeuern wie in Pinzberg durch Funktionäre des Bayerischen Bauernverbands dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Änderung der Agrarpolitik in Bayern überfällig und zum Erhalt der Heimat dringend geboten sei. "Leider sind Wildblumen und Insekten keine Marketingfachleute - sie sterben einfach stumm vor sich hin", wird Ulrich Buchholz, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Forchheim, in einer Pressemitteilung zitiert. red