Wieder einmal war es eine Kirchweih , die zwei junge Leute zusammenführte. Auf der Muggendorfer Laurentius-Kerwa war Lina aus Unterzaunsbach mit ihrer Freundin Sigrid auf dem Kirchweihtanz und lernte dabei ihren Fritz als Kerwaburschen kennen. Ab dem 4. Mai 1962 hieß die Polsters-Lina dann Wehrfritz , denn an diesem Tag, vor 60 Jahren, wurde geheiratet. Dieses Ehejubiläum konnten beide nun als ihre diamantene Hochzeit im Kreise der Familie feiern. Dazu gehören auch drei Kinder und vier Enkel.

Es fand sich auch die kommunalpolitische Prominenz zum Gratulieren ein, allen voran Wiesenttals Bürgermeister Marco Trautner, begleitet von Zweiter Landrätin Rosi Kraus.

Fritz Wehrfritz erlernte im elterlichen Betrieb das Brauerhandwerk. Als der Vater frühzeitig verstarb, übernahm er mit 18 Jahren das dazugehörige Gasthaus „Kohlmannsgarten“, der zwei Jahre ältere Bruder Wilhelm die Brauerei . Das Wirtshaus mit seinem schattigen Biergarten und der legendären Richard-Wagner-Linde war fortan ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer.

Der Jubelbräutigam ist auch ein geselliger Mensch. So war er jahrzehntelang aktives Mitglied im Gesangverein „Harmonie“, dem Trachtenverein „D’Wiesenttaler“ und der freiwilligen Feuerwehr. Das Vereinsleben kam ihm dabei entgegen, denn Fritz Wehrfritz war gleichzeitig der Vereinswirt. Die Jubelbraut Lina arbeitete vier Jahre lang bei einem Erlanger Arzt als Sprechstundenhilfe, bevor sie in Muggendorf im Gasthof als Vollzeitwirtin einzog. Das Lokal ist seit drei Jahren geschlossen. Die Wirtsleute sind längst im Rentenalter. Eine Nachfolge gibt es nicht. hl