Ab September werden sechs junge Menschen von Siemens Healthineers und der Berufsschule Forchheim zu Industriemechanikern ausgebildet. In der „Kooperation vor Ort“ sieht Landrat Hermann Ulm ( CSU ) eine „große, große Aufwertung für Forchheim “. Denn bislang wurden die Azubis am Standort Forchheim in Herzogenaurach beschult.

Ausbildungsleiter Marco Friepes betreut jährlich in ganz Deutschland 150 Auszubildende aus 20 Berufsbildern in Zusammenarbeit mit Berufsschulen und anderen Firmen. Die Mechaniker erhalten ihre Ausbildung im Ausbildungszentrum Rudolstadt in Thüringen und die Mechatroniker in Kemnath, eine Verbindung von Handwerk und neuer Fertigungstechnik.

„An Feilen denkt man wohl zuerst, wenn man über das Berufsbild spricht. Das gehört dazu, wird aber in einer Lehrwerkstatt gelehrt“, erläuterte Christian Vogt, der Fachlehrer Metalltechnik am Forchheimer BSZ. „Wir beginnen nicht mit handwerklichen Fähigkeiten, wir vertiefen sie, zum Beispiel das Drehen.“ Man müsse digital dabeibleiben, denn das Handwerk entwickle sich „im Handytempo“ ins Digitale und in die Automatisierung. Forchheim hat für die Industriemechanikerbeschulung gute Voraussetzungen, sind doch etliche Fachfirmen im Kreis ansässig.

Ein zweiter Gedanke war für Schulleiterin Elisabeth Bräunig schon in den Vorgesprächen wichtig, betonte sie bei der Vorstellung der neuen Kooperation: „Die handwerkliche Ausbildung muss attraktiver werden. Der handwerkliche Bereich wird viel zu wenig kommuniziert.“

Dem schloss sich Friepes an: „Eine Ausbildung ist nie ein Fehler. Man kann weitermachen, die Wege dazu sind definitiv offen.“ Das bestätigen auch die Berufswege der Lehrer: Vogt wie auch der Fachbetreuer Metalltechnik Christian Sturany begannen mit der Mechanikerlehre und hängten dann ein Studium an.

Anhand einer Modellmaschine, die Gefäße verschließen kann und je nach Inhalt die Farbe der Deckel auswählt, stellte Sturany vor, was ein Lehrling in der Berufsschule lernt. Als Erstes, dass die Abläufe der Maschine per App online zu verfolgen sind – in 3D, so dass man alles von allen Seiten beobachten kann. Das gehört zum Ausbildungsziel „Fertigungsprozesse steuern“. Inbetriebnahme und Betriebsabläufe sind ein weiterer Schwerpunkt.

Für Friepes ist es wichtig, vor Ort zu bleiben. So strebe man weitere Partnerschulen an, insbesondere die Mittelschulen. Diese stünden bedauerlich, dass sie im Schatten anderer Schularten stehen, obwohl gerade sie den Weg zur handwerklichen Ausbildung eröffnen, von dem aus viele weitere Stufen möglich sind.