Für berufstätige und alleinerziehende Eltern ist ein Platz für ihren Nachwuchs in einer Kindertagesstätte keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Seit 1996 hat jedes Kind vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt per Gesetz einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Bei der Kinderbetreuung und bei den Krippenplätzen sieht die Gemeinde Pinzberg Handlungsbedarf.

Die Kindergartenleiterin Claudia Weigand und ihre Kollegin Isabelle Albert stellten hierzu in der Gemeinderatssitzung die Kinderzahlen im "Haus für Kinder Pinzberg " für das Jahr 2021/22 vor. Dabei wurde deutlich, dass der Platz im Kindergarten eng wird. "Wir merken: Der Bedarf wird immer größer", erklärte dazu die Bürgermeisterin Elisabeth Simmerlein (FW). Neben den dringend benötigten Krippenplätzen würden auch Kindergartenplätze fehlen, sagte die Kita-Leiterin Weigand. Derzeit stehen in der Kinderkrippe 24 Plätze zur Verfügung.

Fünf Plätze fehlen jetzt schon

Ab September 2021 wechseln 13 Kinder in den Kindergarten und ein weiteres in eine andere Einrichtung. Mit den Neuanmeldungen bis Mai 2022 sind es für die Krippe schon 29 Kinder . Das bedeutet: Es fehlen fünf Plätze.

Im Kindergarten sehe es nicht viel besser aus, berichtete Isabelle Albert. Hier stünden 61 Plätze zur Verfügung, da zwei Kinder mit Faktor 4,5 erhöhten Betreuungsbedarf benötigen. Eine Überbelegung mit fünf Plätzen als Obergrenze für zehn Monate sei zwar möglich, erläuterte Weigand, doch die Fachaufsicht am Landratsamt Forchheim rate dringend davon ab. Für Kinder ab dem dritten Lebensjahr vergrößert sich 2021/22 die rechnerische Betreuungslücke von derzeit fünf auf 17 Plätze, wenn keine neuen geschaffen werden. Bei der Schulkindbetreuung steigen die Zahlen ab September auf 46 Kinder bei 38 zur Verfügung stehenden Plätzen. Zwar gebe es die Möglichkeit, durch Platzteilung die Belegung abzufedern, dennoch würden sechs Kinder keinen Platz bekommen, betonte Weigand. Aus heutiger Sicht würden im September elf Kinder keinen Platz bekommen. Für 2022 steige die Zahl der Absagen auf 19.

Von dem Ziel, für jedes Kleinkind unter drei Jahren sowie für Kindergartenkinder einen Betreuungsplatz zur Verfügung zu stellen, sei man in Pinzberg weit entfernt. Viele Eltern, die auf einen Betreuungsplatz gesetzt hätten, würden daher - zumindest zunächst - Pech haben. Sie bekämen statt des begehrten Platzes eine Ablehnung. Die klare Antwort: Für 2021 und 2022 gebe es im "Haus der Kinder Pinzberg " keinen freien Platz mehr. Lediglich sogenannte Überbelegungsplätze stünden noch zur Verfügung. Damit könnten Kitas zumindest halbwegs flexibel und eigenverantwortlich auf Engpässe reagieren. Doch dies sei von der Fachaufsicht im Landratsamt nicht erwünscht.

Klar ist aber für Bürgermeisterin Simmerlein, dass man die notwendige Zahl an Betreuungsplätzen schaffen müsse, um den Eltern die notwendige Sicherheit bieten zu können. Die Gemeinderäte wollen in der nächsten Gemeinderatssitzung die weitere Vorgehensweise beraten. Die Zeit drängt.

Als Nächstes beschlossen die Räte, dem DJK/TSV Pinzberg auf Antrag einen Übungsleiterzuschuss in Höhe von 3284 Euro für die Jugendarbeit zu gewähren. Weiter fassten sie den einstimmigen Beschluss, für die Förderung der Jugendarbeit in den Vereinen zehn Euro pro Jugendlichem zu zahlen.

Für die digitale Alarmierung der Feuerwehr werden 27 Funkmeldeempfänger (Mindestabnahme) und 60 Geräte als optionale Menge über eine bayernweite Ausschreibung bestellt. Die Verwaltung wurde mit der Bestellung beauftragt und soll im Haushalt die finanziellen Mittel bereitstellen.