In Großenbuch soll ein Mobilfunkmast errichtet werden. Das stößt bei manchen Bürgern auf großes Erstaunen. Und die Aussagen sind entsprechend: Zerstört der Sendemast nicht die Landschaft? Warum ist das nicht bekannt? Können die Bürger Widerspruch einlegen und überhaupt – warum werden die Bürger nicht informiert?

Doch was nun in den sozialen Medien Wellen wirft, ist eigentlich längst bekannt, öffentlich gemacht und beschlossen. Und zwar seit 2008. Bürgermeister Martin Walz ( CSU ) hält nichts davon, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Es gelte nicht, zu entscheiden, ob ein Funkmast aufgestellt wird, sondern wo. Obwohl auch das längst bekannt ist. Mehr oder weniger handelt es sich nur um die Frage, ob der Mast links oder rechts stehen wird.

„Wir haben seit 2008 einen sogenannten Teilflächennutzungsplan Mobilfunk , in dem die möglichen Standorte im Ort festgelegt worden sind. Damit geben wir als Gemeinde vor, wo Masten errichtet werden dürfen“, sagt Walz. Gerade um zu vermeiden, dass überall in die Landschaft gebaut und das Landschaftsbild zerstört wird.

Standort seit 13 Jahren bekannt

Mit den ausgewiesenen Vorrangflächen wolle man verhindern, dass jeder Funkmasten bauen kann, wo er will. Das war Walz zufolge der Hintergrund für die Aufstellung des Plans und der erlaubten Standorte. Schon im Jahr 2008. Einer dieser Standorte ist an der Kreisstraße nach Ermreuth, um Großenbuch zu versorgen. Seit 13 Jahren war demnach bekannt, dass dort ein Mobilfunkmast errichtet werden darf. Deshalb habe man es nun, als es aktuell wurde, auch nicht mehr groß diskutiert und veröffentlicht.

Doch warum ist dann all die Jahre nichts geschehen? „Es war bislang unrentabel. Jetzt gibt es ein Bundesförderprogramm zur Schließung der Funklöcher “, informiert Walz.

Dass es wieder auf dem Tisch der Gemeinderäte lag, hat einen anderen Grund. Für Vodafone ist der von der Gemeinde ausgesuchte Standort nicht nutzbar. „Wir müssen deshalb eine Alternative bieten, die möglichst nahe an der damaligen Planung liegt“, erklärt Walz den Vorgang, der eigentlich im Sinne der Bürger sei: Die Schließung von Funklücken und die Umsetzung der Planung aus dem Jahre 2008. Deshalb habe der Markt nicht neu darüber informiert.

Keine direkten Anfragen

„Dass niemand etwas mitbekommen hat, mag sein, wobei es in Großenbuch seitens der Mobilfunkgegner Banner und Gesprächsrunden gab“, informiert Walz. Wunderlich sei, dass die Diskussion um den Mobilfunk ausschließlich in den sozialen Medien stattfinde. Weder bei Bürgermeister Walz, noch bei dem aus Großenbuch stammenden Gemeinderat Ottmar Schmitt (GDG) seien Anfragen von besorgten Bürgern eingegangen. Niemand habe bislang offiziell angefragt und um einen Gesprächstermin gebeten. „Wem geht es um die Sache?“, fragt Walz.

Den Bürgern hat der Bürgermeister angeboten, das Thema in einer Informationsrunde zu klären. 13 Bürger haben sich dazu angemeldet. „Wir müssen Funklöcher stopfen“, sagt Walz. Keinen Funkmasten zu errichten, könne die Gemeinde nicht zulassen. „Wenn es einen Standort geben soll, dann dort oben“, sagt Walz. Wie 2008 beschlossen. Was ändert sich dann in der Landschaft? „Es steht ein Mast dort“, sagt Walz. Ein Mast, der höher ist als die Bäume.