Der Fränkische Tag in Forchheim trauert um den Redakteur und langjährigen Kollegen Winfried Müller . Er ist im Alter von 69 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Winfried Müller war 26 Jahre Mitglied der Redaktion, bevor er 2012 in den Vorruhestand trat.

Viele Jahre war er für den Bereich Fränkische Schweiz zuständig und begleitete dabei den Stadtrat von Ebermannstadt. Mit kritischer Distanz, aber immer wohlmeinend, das Ganze im Blick habend. Mit vielen, die in Verantwortung standen, pflegte er ein vertrauensvolles Miteinander, und die freien Mitarbeiter des FT fanden bei ihm Anerkennung und ein offenes Ohr.

Der gebürtige Heroldsbacher empfand sich immer als „ Sohn “ seiner Heimat. So engagierte er sich sportlich in der Tischtennismannschaft der Spielvereinigung und in den Ferien übernahm er gerne Aufgaben im Freizeitpark der gräflichen Familie v. Bentzel, richtete dort später ein Kupferstichkabinett im Turm des gräflichen Schlosses ein. Nach Gymnasium und Bundeswehrzeit studierte Müller Kunstgeschichte und im Nebenfach Philosophie. So standen ihm viele Wege offen, aber er entschied sich dafür, „im Lande“ zu bleiben. Nachdem er schon für die Tischtennisabteilung an die örtlichen Zeitungen Sportbericht geliefert hatte, folgte er einem Angebot des FT, in die redaktionelle Arbeit einzusteigen.

In einer Redaktion bestimmt Hektik das Tagesgeschäft. Winfried Müller war für die Forchheimer Kollegen und Kolleginnen der ruhende Pol. Gelassenheit, die im richtigen Moment abfärbte. „Gut dem Dinge“ zitierte der Vielbelesene oft seinen Lieblingsschriftsteller Walter Kempowski , und wenn etwas zu Ende gebracht war, fügte er gerne „Klare Sache und damit hopp“ hinzu.

Müller machte sich eine besondere Eigenschaft des zu den meistgelesenen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts zählenden Kempowski zu eigen: das Führen von Tagebüchern. Er hielt darin alles fest: den Arbeitsalltag , das ausgeprägte Wohlbefinden in Franken mit den zu entdeckenden Vorzügen, die Begegnung mit Freunden , die vielen Reisen, die er als Individualist zu schätzen wusste, die Motorradtouren. Er notierte alles auf. Chronist im Beruf und in eigener Sache. Akribisch und vermutlich auch lakonisch. Wie sein großes Vorbild. Aber völlig uneitel. Dazu passt sein Wunsch, in aller Stille bestattet zu werden.

Es bleibt die Erinnerung an einen liebenswerten Menschen und Kollegen.