In der Fränkischen Schweiz gibt es nahe Ebermannstadt bereits einen Waldfriedhof , der sich " Friedwald " nennt. Nun soll in der Marktgemeinde Heiligenstadt ein zweiter hinzukommen. Er soll den Namen " Waldfriedhof Schloss Greifenstein " erhalten.

Die Idee dazu hatte Philipp Schenk Graf von Stauffenberg , Sohn der Zweiten Bürgermeisterin Gräfin Monika von Stauffenberg ( CSU ), die kurzfristig für Bürgermeister Stefan Reichold ( SPD ) als Leiterin der jüngsten Marktgemeinderatssitzung in der Schulturnhalle einspringen musste. Reichold hatte sich in freiwillige Quarantäne begeben, denn in seinem Umfeld gab es offenbar Kontakte mit Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Urnenbeisetzung in freier Natur

Graf von Stauffenberg (sein Großvater war der Neffe des "Hitler-Attentäters" Claus Schenk Graf von Stauffenberg ; die Red.) war einige Zeit für ein Wirtschaftsstudium aus Heiligenstadt weg, kam nun zurück auf Schloss Greifenstein , will demnächst heiraten und sieht seinen Lebensmittelpunkt als Schlossherr in der Marktgemeinde . Sein Konzept sieht die Urnenbeisetzung in freier Natur im Wurzelwerk von Bäumen oder Naturdenkmälern ohne sichtbares Grab vor. So erhalte der Wald seine Schönheit. Nur ein kleines Schild am Baum diene als Grabmal .

Der Waldfriedhof im nördlichen Bereich der Reithalle des Gutshofes von Schloss Greifenstein soll kein eigener Privatfriedhof werden, sondern für jedermann zugänglich sein. Angelegt werden soll auch ein überdachter Gedenkplatz, auf dem eine Trauerfeier stattfinden kann. Eine direkte Verkehrsanbindung ist bereits sichergestellt, ein Parkplatz in der Nähe des Reitstalls geplant.

Gebühren in gemeindlicher Hoheit

Das vorgesehene Waldstück müsse von der Gemeinde als Friedhof gewidmet werden. Diese müsste die Waldfläche - am besten langfristig auf 90 Jahre - von den Stauffenbergs pachten, weil Privatpersonen keinen Friedhof betreiben dürfen. In gemeindlicher Hoheit müssten aber die Gebührenbescheide für die Bestattungen bleiben. Alle Dienstleistungen würde der Graf übernehmen, auf die Gemeinde kämen keine Kosten zu. Von Stauffenberg würde mit den Bestattungsunternehmen vor Ort zusammenarbeiten. Er bot den Räten einen Ausflug zum Waldfriedhof bei Naila an, sobald es die Corona-Lage erlaubt.

Die Räte waren sehr angetan von dem Vorhaben und beauftragten einstimmig die Verwaltung, mit von Stauffenberg die weiteren Details abzuklären und dem Bayerischen Gemeindetag zur Prüfung vorzulegen. Dann wird der Rat über die Errichtung des Naturfriedhofs entscheiden. Es ist aber schon jetzt davon auszugehen, dass diese Entscheidung positiv sein wird.