Leicht verändert zitiere ich den Zoologen Grzimek: „Auch die Bäume gehören allen Menschen.“ Oft verstehen wir das zu spät, wenn nur noch ihre Spuren sichtbar sind, nach Brandrodungen im Urwald oder nach liebgewonnenen Streuobstatmosphären, die aus ökonomischen Gründen verschwunden sind. Der Dichter Brecht schreibt in seiner Ballade vom Baum und den Ästen: „Mehr her, schreien die Gäste, bis der Wirt die Rechnung zeigt.“ Der Papst sagt: Jeder Mensch ist eine Mission. Das heißt, jeder hat einen Auftrag als Erzieher in der Weitergabe des Glaubens und der Überzeugungen, als Gärtner in der Bewahrung der Schöpfung. Dazu gehört auch die Bereitschaft zum Verzicht. Ein Gesprächspartner sagte mir einmal: „Verzicht gehört nicht zu meinem Wortschatz .“ Und damit bin ich beim Kernwegenetz.

Wenn es um einzelne Verbesserungen ginge, bräuchte es kein Netz. Wie hat denn bisher die Arbeit der Bauern ohne Netz funktionieren können? Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln ist der Auftrag, der häufig nicht mehr wahrgenommen wird. Denn die Großcontainer transportieren keine Kartoffeln oder Kraut. Der Kunstkreisel am Kersbacher Kreuz heißt in die heutige Sprache übersetzt: für Mensch und Natur! Dass Ludwig Tieck mit seiner Naturliebe und alle schöpferischen Berühmtheiten unsere Fränkische Schweiz und ihre Schönheit mitbeschützen, kann ein Zitat von Karl Kraus (1909) beweisen, das man nicht buchstäblich verstehen darf, sondern nur in seinem Kerngedanken: Es ist höchste Zeit, aus einer Welt, die den Denkern und den Dichtern gehört, die Juristen und Mediziner hinauszujagen. Kraus ist kein Corona-Leugner, es geht um die Entscheidungshierarchie.

Die Vergangenheit ist unsere Lehrerin , deren Ergebnisse wir beherzigen, bevor die große Rechnung kommt. Die Natur darf nicht weiter kommerzialisiert werden, also muss das Kernwegenetz vom Tisch.

Alfons Eger, Gosberg