Die Freiwillige Feuerwehr Weilersbach hat seit kurzem vierbeinige Kameraden in ihren Reihen. Wie schon seit langem geplant, hat sich die BRH-Rettungshundestaffel (Bundesverband Rettungshunde) Forchheim der Weilersbacher Feuerwehr angeschlossen und ergänzt die Wehr als dritter Zug „Technische Ortung“. Für die Ortung, aber auch für andere Einsatzzwecke der Feuerwehr stehen ab sofort auch zwei Drohnen zur Verfügung.

Damit ist die Freiwillige Feuerwehr Weilersbach eine der wenigen in ganz Bayern, die mit einer Rettungshundetruppe arbeitet. Spezialisiert ist der neue dritte Zug auf den Fachbereich Personensuche, unterteilt in technische und biologische Ortung.

25 Rothelme mehr

Durch den Zusammenschluss kann die Wehr in Zukunft nun auch knapp 25 Rothelme mehr verzeichnen, die derzeit allesamt die Modulare Truppmannsausbildung (Grundausbildung der Feuerwehr ) absolvieren. Dadurch vergrößert sich die Mannschaftsstärke der Weilersbacher Wehr auf 110 ehrenamtliche Aktive und der Fuhrpark wächst auf sechs Einsatzfahrzeuge.

Und so fing alles an, wie Kommandant Michael Henkel berichtet: Es war bei einer Einsatzübung in Weilersbach im Auerbergwald in der Nähe der Kindertagesstätte vor etwa zwei Jahren, als er mit dem damaligen Gruppenführer der Rettungshundestaffel, Michael Müller , ins Gespräch kam. Dabei kam die Eingliederung der Rettungshundetruppe in die Weilersbacher Feuerwehr erstmals zur Sprache. Von Corona zeitlich zwar etwas ausgebremst, kam die Fusion zustande, für die es vom Weilersbacher Gemeinderat ein einstimmiges Ja und auch die Zustimmung der Bezirksregierung von Oberfranken gab.

Unermüdliche Helfer

Rettungshunde sind aus vielen lebensrettenden Situationen nicht mehr wegzudenken. Sie sind unermüdliche Helfer bei Bergungsarbeiten und Suchaktionen von verschütteten oder verloren gegangenen Menschen. Häufig sind Rettungshunde die einzige verlässliche Hilfe, um verunglückte Menschen noch lebend zu retten, bei der jede Sekunde zählt.

Die Weilersbacher Rettungshundestaffel wird nicht nur im Landkreis Forchheim, sondern auch überörtlich im Katastrophenschutz, bei Personensuchen oder polizeilichen Einsätzen eingesetzt werden.

Wie der neue Gruppenführer der Rettungshundestaffel, Stefan Effenberg , mitteilt, stehen der Weilersbacher Feuerwehr künftig für die biologische Ortung sieben geprüfte Rettungshunde zur Verfügung; sechs davon in der Flächensuche und einer speziell für die Trümmersuche. Die Ausbildung zum Rettungshund dauere in der Regel zwischen zwei und drei Jahren. Nach einer erfolgreich abgelegten Prüfung, die jedes Jahr wiederholt werden muss, geht das Hund-Mensch-Team in den Sucheinsatz nach vermissten Personen. Außerdem sind derzeit noch fünf Mantrailer (Personenspürhunde) und drei Flächenhunde in Ausbildung. Flächenhunde können Gebiete von rund 70 000 Quadratmetern absuchen, das entspricht fast neun Fußballfeldern.

Drohnenausbildung

Für Feuerwehrleute besteht auch die Möglichkeit, eine Drohnenausbildung zu machen. Drohnen können bei Bränden, zur Einsatzdokumentation und Lageerkundung genauso wie zur Suche mit der Wärmebildkamera nach vermissten Personen eingesetzt werden.

Die Fachgruppe technische Ortung (Drohne) ist bereits seit drei Jahren bei der Integrierten Leitstelle (ILS) Bamberg gemeldet und kann daher auf einen großen Erfahrungsschatz im Bereich Personensuche sowie Feuerwehr- und Polizeiunterstützung zurückgreifen. In dieser Zeit wurden nicht nur Einsätze in den Landkreisen Forchheim und Bamberg abgearbeitet, es gab auch Einsätze und Alarmierungen über die Landesgrenzen hinaus. Der dritte Zug der Feuerwehr Weilersbach wird wie die Rettungshundestaffel Forchheim bisher auch weiterhin im gesamten Gebiet der Landkreise Forchheim und Bamberg einsatzbereit sein.

Kreisbrandrat erfreut

Kreisbrandrat Oliver Flake und Kreisbrandinspektor Wolfgang Wunner freuen sich über die neue Fachgruppe. Die Aufgaben der Feuerwehren seien der Brandschutz und die technische Hilfeleistung nach Unglücksfällen und bei öffentlichen Notlagen. Hierzu gehöre eine funktionsfähige Rettungskette für alle Aufgaben des Brand- und Katastrophenschutzes sowie der allgemeinen Hilfe und technischen Hilfeleistung. Ein erforderlicher Bestandteil dieser Rettungskette des Brand- und Katastrophenschutzes seien auch Facheinheiten der Rettungshunde-Ortungstechnik. Flake sagt: „Es ist schön, dass wir nun in Weilersbach eine weitere von acht Rettungshundestaffeln bei den Feuerwehren in Bayern besitzen und wir dadurch die Gefahrenabwehr und den Katastrophenschutz im Landkreis Forchheim und über dessen Grenzen hinaus stärken können.“