Endlich was für Mädchen : So in etwa haben junge Buckenhofnerinnen 1975 gedacht, als der Sportverein Buckenhofen (SVB) eine Tischtennisabteilung ins Leben rief. Mit dabei war Marion Knauer, die dann mit 17 Jahren in den Vorstand gewählt wurde, den Jugendübungsleiterschein machte und sich bis heute ehrenamtlich engagiert. Von der Gründung im Jahr 1946 an war der Verein, wie sie sagt, „ein dörflicher Fußballverein “, der eine kleine Damenturnabteilung im Schlepptau hatte.

Keine 200 Mitglieder zählte man bis in die 70er Jahre, solange die Fußballer auf einem „hoppeligen Acker“ spielen mussten. Der Aufschwung kam 1972. Zum einen, weil Raimund Kupfer und Knauers Vater Hans Dittrich, der heutige Ehrenvorsitzende, es wagten, eine eigene Sportanlage mit zwei Rasenspielfeldern zu bauen und auch ein Sportheim in Angriff nahmen, das 1977 eingeweiht werden konnte. Zum anderen durch die Frauen. Begeisterten Zulauf erhielten die zwei neu geschaffenen Frauengymnastikgruppen, was die Mitgliederzahl verdoppelte. Heute ist der Bereich Turnen und Gymnastik, der zeitweilig auch Selbstverteidigung umfasste, die größte Abteilung des Vereins.

Zuerst, so erinnert sich Knauer, war die Abteilung rein weiblich. Der eingeführte Familienbeitrag schlug sich aber bald in Angebote für Kinder , Väter und Mütter nieder. „Wir haben uns im Verein gut gehalten, weil wir immer offen waren für neue Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen“, beschreibt Knauer den Kerngedanken der Erfolgsgeschichte.

Praktisch niedergeschlagen hat das sich in einer Kinderturnabteilung, in der sich junge Menschen aufgehoben fühlten, denen Wettkampfsportarten nicht so lagen. Profitiert hat davon trotzdem die Nachwuchsarbeit der Fußballer und Handballer. Letztere gehen auf einen Impuls von Herbert Gumbmann zurück, der eine Ballspielgruppe für Kinder initiierte mit dem Fernziel einer voll durchgegliederten Handballmannschaft. Wenn die Interessierten das selbst aufbauten, war dem damaligen Vorsitzenden Dittrich die neue Abteilung nur recht. Und die Zahl der Mitglieder wuchs und wuchs. Zum 40. Jubiläum 1986 waren es schon über 700.

Nicht wenige von ihnen kamen zum SVB, weil er einzeln buchbare Kurse anbot, zum Beispiel Aerobic oder Mutter /Vater-Kind-Turnkurse. „Etwas tun statt jammern, weil das Interesse schwindet, habe ich mir damals gedacht“, sagt Knauer über den neuartigen Einstieg. Der Erfolg gab ihr recht, denn viele wurden Mitglieder, um das breite Angebot auszunutzen. Bekannt ist Knauer den Forchheimern in ihrer Rolle als „Zirkusdirektorin“ des „Ki-Zi-Bu“.

Die Idee brachte sie aus ihrem Beruf als Sportlehrerin mit, als in den Lehrplan die Bewegungskünste aufgenommen wurden. Für den Verein setzte sie es als Zirkuswerkstatt um. Lachend erinnert sie sich, wie schnell die Kinder ihre Jonglierkünste mit drei Bällen mit fünf überboten. Der Kinderzirkus Buckenhofen ist seit 20 Jahren ein Alleinstellungsmerkmal des SVB. Über 100 Jugendliche trainieren dort ihre Geschicklichkeit in Jonglage und Akrobatik, aber auch Kreativität und Kooperation.

Projekte zahlen sich aus

Indirekt schlug sich auch dieses Projekt zugunsten der Fußballer nieder durch Zuwachs an Mitgliedern (über 1000) und Mannschaften. Lange Zeit war der SVB der einzige Verein im Landkreis Forchheim, der Mannschaften in allen Altersklassen stellte, eben, weil er ein Sportangebot für Vater, Mutter und Kind hat. Deshalb war die erste mögliche Veranstaltung im Jubeljahr ein Osterlauf für Familien. „Ein Haushalt, gestaffelter Start und im Freien – so konnten wir den Corona-Regeln gerecht werden und waren sofort ausgebucht“, blickt Knauer zurück.