Mit „Alles unter Dach und Fach“ darf man den Sachstandsbericht von Stephan Fabi zum Baufortschritt am Rathaus bezeichnen, denn der verantwortliche Architekt sicherte dem zuständigen Ausschuss des Stadtrats zu, dass das Schutzdach bis Weihnachten dicht ist. Dadurch können die Arbeiten auch im Winter fortgeführt werden; Laufgänge ermöglichen guten und sicheren Zugang für die Handwerker.

Fabi zeigte die Konstruktion mit Drohnenaufnahmen. Erst so wird bewusst, wie groß die Dachflächen und die Schutzbauten für das Rathaus sind, die man beim Vorbeigehen kaum wahrnehmen kann. Das bestätigte auch Holger Lehnard ( CSU ), der wie viele seiner Ausschusskollegen an den Führungen für Stadträte und Bauverwaltung teilgenommen hatte. „Wir konnten Notwendigkeiten erkennen und wie viel Arbeit dahinter steckt.“ Anita Kern ( SPD ) ist sich nun sicher, dass das Rathaus „ein Juwel für Forchheim “ wird. Sie bekannte, dass sie zuerst sehr skeptisch war, 500 000 Euro für den Glasboden mit Blick zu den archäologischen Funden – „ein paar Mauerreste“ – auszugeben.

Deren Struktur ist nach Fabi sehr labil. Deswegen brauchen sie einen Schutz aus Holz, während die Betonarbeiten für den Fußboden darüber ausgeführt werden. Den immer noch tätigen Archäologen gelangen, so Fabi, weitere interessante Funde. Vor allem Teile von mittelalterlichem Spielzeug unter der Registratur. Besonders bedeutsam ist der Fund einer – allerdings zerbrochenen – großen Schale unter dem Foyerbereich. Nach aktuellem Wissenstand stammt sie aus dem 9. Jahrhundert. Sie könnte also noch zu Lebzeiten von Kaiser Karl dem Großen getöpfert worden sein.

Getestet wurde zwischenzeitlich auch das Lichtkonzept für den Rathausplatz. „Es hat sehr überzeugt“, betonte Fabi. Es sei möglich, die Rathaussilhouette nachzubilden, mit den geplanten Globo-Scheinwerfern und ohne LEDs am First. Den virtuellen Adventskalender an der Kaiserpfalzfassade empfahl er als Vorstellungshilfe, was am Rathaus möglich wäre. Denn die verwendete Technik ist in beiden Fällen ähnlich. Nun komme es darauf an, wie die Installation von der Bevölkerung angenommen werde.

Statisches Problem

Der ursprünglichen Form näher kommt auch die Lösung für die Nordseite des Foyers. Dort wurden die alte Bogenkonstruktion für das Tor und ein Fenster aufgedeckt; sie soll geöffnet und ergänzt werden. Dafür hat sich im Registraturbau (Richtung Martinskirche) ein statisches Problem gezeigt: Das historische Tragwerk im zweiten Obergeschoss ist zu schwach ausgebildet. Hier muss ein Stahlfachwerk auf der Wandinnenseite diese aussteifen. Das ist nicht störend, denn die Räume sollen die Toiletten werden. Es sei kein Eingriff in die Substanz nötig, sicherte Fabi zu.

Der Rückbau der Treppenanlage aus den 60er Jahren bis auf den historischen Kern ist erledigt. Durch den Abbau der Gipskartonplatten an der Decke ist der mächtige Längszugbalken wieder frei. Dabei stellte sich heraus, dass er schon einmal durch Metalllaschen repariert wurde.

Derzeit läuft der öffentliche Teilnahmewettbewerb für die Baumeisterarbeiten. Die Submission wird Ende Februar sein und die Vergabe im März, so dass Mitte April die Arbeiten beginnen können. Im kommenden Jahr werden die Gewerke der Spenglerarbeiten und die für die Natur- und Fachwerkarbeiten an den Fassaden ausgeschrieben.

Der Projektsteuerer Markus Greger von Diederichs und Partner (DU) aus Puchheim bei München, der seine Arbeit im Oktober aufgenommen hatte, stellte sich dem Rathaussanierungsausschuss vor. Er selbst hat über 20 Jahre Berufserfahrung . Und eine besondere Affinität zu Fachwerk, begann er doch seinen Berufsweg mit einer Zimmermannsausbildung. Zu den von ihm geleiteten Projekten gehört die Sanierung des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth, ein 30-Millionen-Vorhaben. „Das Rathaus hat für uns mindestens dieselbe Bedeutung wie das Markgräfliche Opernhaus für Bayreuth“, betonte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein ( SPD ).

Großteil der Ausschreibungen noch offen

Auf die Vorplanungen, so Greger, hatte er durch die späte Berufung keinen Einfluss. Deswegen sei man dabei, sich in das Vorhandene einzuarbeiten, in Organisation, Kosten und Termine. Das sind noch große Posten, weil noch 70 Prozent der Ausschreibungen ausstehen.

Wo steht das Projekt, lautet für ihn die Kernfrage, soll er doch von den Schätzungen bis zur Kostenverfolgung alles im Auge behalten und Risiken bewerten. Bis März will er das geschafft haben, für die Kostenberechnungen von 2020, aber auch die Überprüfung der Nebenkosten.