„Was muss sich verändern, damit wir als Gemeinschaft gut zusammenleben?“ Dies war eine der Fragen, die Quartiersmanagerin Anneliese Iser den 16 erschienenen Bürgern beim ersten Leutenbacher Dorfgespräch im Pfarrsaal stellte. Es ging dabei nicht um Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen- oder Kanalbauten, sondern um die Sozialraumentwicklung in der Gemeinde und das ehrenamtliche Engagement.

Grundlage für dieses erste Dorfgespräch war eine Haushaltsbefragung, die zeigte, dass in den drei Mitgliedsgemeinden der VG Angebote besonders für die ältere Generation gewünscht werden. Aber auch die Nahversorgung beschäftigt die Bürger . In Leutenbach gibt es nur noch den ortsansässigen Metzger und einen Blumenladen.

Gerade die Corona-Situation habe laut Iser deutlich aufgezeigt, wo es Defizite gebe. Zum Beispiel bei der Einsamkeit älterer Menschen. Zudem gebe es inzwischen einen Pflegenotstand, ein Heimplatz ist nur sehr schwer zu bekommen und Essen auf Rädern findet auch so gut wie nicht statt. „Welche Visionen haben Sie für Ihren Ort, was meinen Sie, was man in Leutenbach braucht?“, fragte Iser in die Runde. Oder was läuft gut in der Gemeinde, was eher schlecht? Ehrenbürger und Altbürgermeister Otto Siebenhaar verwies darauf, dass es in der Gemeinde nicht so viele Neubürger gebe und den Vereinen der Nachwuchs fehle. Ein anderes Problem ist das Gasthaussterben, durch das soziale Treffpunkte wie die Stammtische weggefallen sind. „Ich sehe schwarz für die Gemeinde Leutenbach , dass es bald gar kein Gasthaus mehr gibt“, meinte ein weiterer Bürger , der auch beklagte, dass ein Dorfladen fehlt. Helmut Pfefferle, Vorsitzender des Vereins für den Schutz des Naturparks Fränkische Schweiz, verwies darauf, dass es in Leutenbach Räume für Treffpunkte gebe. Zum Beispiel das Raiffeisengebäude, in das ein Nahversorger kommen sollte. Kombiniert mit einer kleinen Café-Ecke wäre dies ein schöner Treffpunkt gewesen. Doch daraus wurde nichts.

Als Alternative für das Raiffeisengebäude brachte Matthias Reubel das alte Krämershaus ins Gespräch, das ebenfalls der Gemeinde gehöre und das Bürgermeister Kraft offenbar am liebsten abreißen wolle. Da könnte man einen Regionalladen einbauen, denn das Thema Nahversorgung werde wegen des Klimawandels aktueller denn je, unterstrich Reubel.