„Wir geben unser Letztes, nicht nur unser Bestes“, scherzt Klaus Friesleben, Vorstandsmitglied des Vereins „Aktive Bürger – Seniorenbüro Forchheim “. Außerdem ist er einer der Ansprechpartner bei der PC- und Internet-Sprechstunde im Seniorenbüro . „Mich hat heute Morgen um sieben Uhr schon jemand angerufen, weil er Probleme hatte“, erzählt er, und Vorstandskollege Helmut Erhardt antwortet: „Und bei mir dann um acht Uhr, weil es immer noch nicht funktionierte. Wir sind halt ständig für die Senioren da, wenn sie PC-Probleme haben.“

Einmal im Monat donnerstags findet die PC-Sprechstunde statt, zu der ältere Menschen mit ihren Problemen ohne Termin kommen können. Einige der sechs PC-Berater des Vereins sind dann anwesend. „Uns ist wichtig, dass für einen Senior ein Helfer da ist. Der kann dann genau auf die Fragen seines Gegenübers eingehen“, erklärt Vorstandsmitglied Ulrich Ummelmann. „Da haben wir aus den ersten Kursen gelernt. Denn da kamen viele unterschiedliche Fragen auf“, ergänzt Friesleben und erzählt, dass es vor etwa zwölf Jahren mit PC-Kursen begann. Die liefen dann aus und die Senioren trafen sich nur noch zum Austausch. Nach dem Umzug des Seniorenbüros ins „Blaue Haus“ in der Nürnberger Straße waren die Nachfragen nach technischer Unterstützung wieder groß und die Sprechstunde wurde eingeführt.

Die erste Hilfesuchende an diesem Tag ist die 67-jährige Elisabeth B. aus Forchheim . Sie hat ihren alten Laptop dabei. „Der ist mindestens zehn Jahre alt“, verrät sie. Heute kümmert sich Gerhard Piecyk um sie. Während das Gerät hochfährt, was wirklich sehr lange dauert, erzählt die Seniorin , dass sie froh über das Angebot ist. Bisher konnte sie nur bei der Tochter ins Internet . Das will sie aber zukünftig auch daheim tun. Sie möchte gern wissen, wie sie Online-Banking nutzen, Rezepte vom Arzt digital erhalten und an eine Apotheke weiterleiten und das Internet sonst noch nutzen kann. „Ich habe nur Bedenken wegen der Datensicherheit und einem möglichen Identitätsklau.“

Smartphones im Mittelpunkt

Nach einer gefühlten Ewigkeit kann die Beratung dann starten und Piecyk kann auf die Fragen direkt am Laptop eingehen. „Die Leute können auch einfach anrufen und das Problem schildern. Entweder lösen wir das gleich am Telefon oder vereinbaren eine Eins-zu-eins-Schulung“, ergänzt Erhardt. Er erzählt, dass das Seniorenbüro früher bei PC-Problemen helfen konnte, jetzt gehe es aber mehr um Unterstützung bei der Nutzung von Tablets und Smartphones .

„Die neuen Senioren haben ja bereits im Berufsleben mit dem Computer gearbeitet und kennen sich aus“, erklärt Erhardt. Die Senioren wollen dann eher wissen, wie sie mit dem Smartphone das Internet nutzen, Nachrichten erstellen und senden oder ein Fotobuch anlegen können. „Die ursprüngliche Idee war, Senioren an den PC heranzuführen. Jetzt sind es die mobilen Geräte“, sagt Kassier Ludger Löcke.

Das Seniorenbüro bietet auch Englisch plaudern, Kultur, Musik, Politik, Gedächtnistraining, Sport, Spiele, Handarbeiten oder Malen an. Und es gibt Lesepaten, die Kindern oder Senioren etwas vorlesen. Ulrich Ummelmann beispielsweise unterrichtet Veeh-Harfe. „Wir sind motiviert, doch das Seniorenbüro braucht ebenfalls Unterstützung“, sagt Friesleben und erklärt weiter, dass durch das PC-Training Einnahmen generiert werden, doch die reichten nicht aus.

Löcke erläutert, dass die Finanzierung in erster Linie durch Mitgliedsbeiträge und Spenden sowie kleine Zuschüsse von Wohlfahrtsverbänden und der Stadt Forchheim erfolgt. „Durch die Pandemie geben Stiftungen nicht mehr so viel oder das Geld ist zweckgebunden“, ergänzt der Kassier. Würde das Seniorenbüro die Beiträge erhöhen oder Geld für das Angebot verlangen, würden viele Mitglieder kündigen. „Das ist eine Spirale in den Abgrund“, meint Friesleben.

Der Vorstand soll jünger werden

Doch nicht nur die Finanzen sind ein Problem. „Wir brauchen jüngere Mitglieder in der Vorstandsriege. Wir hatten einen Todesfall, andere wurden krank oder sind halt einfach zu alt“, fasst Erhardt zusammen. Doch damit nicht genug, denn es werden auch Kursleiter gesucht. Der Leiter des Kurses „Literatur und Kunst“ ist kürzlich verstorben. Die Leiterin des Kurses „Rhythmischer Tanz ab 55“ will aufhören.

„Wir hätten da wohl jemanden, aber die will bezahlt werden. Das können wir uns aber nicht leisten“, erklärt Löcke und Erhardt ergänzt: „Ja, wir machen das ehrenamtlich. Im Augenblick ist das Interesse am Ehrenamt nicht sehr groß. Dabei ist diese Arbeit wie ein Jungbrunnen.“