Vor über einem Jahr haben sich die vier oberfränkischen Initiativen der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) „Frankenpfalz im Fichtelgebirge“, „Rund um die Neubürg-Fränkische Schweiz“, „Fränkische Schweiz aktiv “ und Wirtschaftsband „A 9-Fränkische Schweiz“ entschlossen, gemeinsam einen Film über die Streuobstwiesen in der Region zu produzieren. Um diesem Thema einen würdigen Rahmen zu geben, fand die Filmpremiere im Schloss Oberaufseß statt.

Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen der Kulturlandschaft. Sie liefern die Grundlage für fruchtige Regionalprodukte, bewahren alte Obstsorten, prägen das Land-schaftsbild und erhöhen damit auch die touristische Attraktivität der Region. Gleichzeitig sind diese Zentren der Biodiversität bedroht, denn Streuobstwiesen bedürfen der ständigen Pflege, damit sie erhalten bleiben. Warum das wichtig ist, soll nun ein Film vor Augen führen.

Als Kooperationsprojekt

Als Kooperationsprojekt der vier ILE-Regionen sowie mit finanzieller Unterstützung durch das Amt für Ländliche Entwicklung wurde ein Film über die Streuobstwiesen rund um die Fränkische Schweiz erstellt. Für die Produktion wurde Christian König mit seiner Agentur Wetter-Klima-Umwelt (Ebermannstadt) beauftragt. Zusammen mit Daniel Hornstein von der Streuobstallianz Bayreuth sowie den zahlreichen Akteuren und Verantwortlichen aus den ILE-Regionen wurde dafür gesorgt, dass die Besonderheiten rund um das Thema Streuobst professionell in Szene gesetzt werden.

Pflege und Erhaltung

Der 20-minütige Film beleuchtet das Thema Streuobst aus verschiedenen Perspektiven: Er zeigt typische Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen, die durch Schafbeweidung oder maschinelle Bearbeitung durchgeführt werden. Ein weiteres Thema sind die umfangreichen Beratungs- und Betreuungsangebote des Landschaftspflegeverbands (LPV) Weidenberg und Umgebung sowie die regionalen Apfel-Grips-Produkte, die zum Beispiel im Dorfladen Emtmannsberg verkauft werden.

Auch die „Solidarische Landwirtschaft“ – im Film durch den Freigärtner Florian Blank aus Heinersreuth vorgestellt – hat sich des Themas Hochstämme angenommen. Imker Toni Herzing aus Büchenbach bei Pegnitz erläutert die zentrale Bedeutung der Imkerei für die Bestäubung der Streuobstwiesen. Andrea und Roland Schmitt von der Obstwiese Schmitt aus Oberehrenbach geben dem Zuschauer einen Einblick in ihr Familienunternehmen, das dem Obstbau seit mehreren Generationen verbunden ist.

Christine Berner vom LPV Weidenberg, die als Streuobstpädagogin auch im Film mitwirkte, führte durch den Abend in der Theaterscheune von Schloss Oberaufseß.

Der Bayreuther Landrat Florian Wiedemann, nahezu alle Bürgermeister der 42 beteiligten Gemeinden und auch Vertreter des Amtes für Ländliche Entwicklung sowie alle Mitwirkenden waren gekommen, um die Premiere auch kulinarisch zu feiern. Innerhalb der alten Schlossmauern hatten die Filmprotagonisten einen kleinen Markt aufgebaut, bei dem man sich mit regionalen Produkten versorgen konnte. Stellvertretender Landrat Klaus Bauer sorgte mit seinen Kirchenlamitzer Turmbläsern für das musikalische Rahmenprogramm.

Wenn der Film dazu beitrage, dass mehr solche Produkte eingekauft würden, dann habe man das Ziel erreicht, lautete das Resümee der ILE-Manager Corinna Brauer (Ebermannstadt), Michael Breitenfelder (Pegnitz), Philipp Herrmann (Mistelgau) und Tobias Hofmann (Weidenberg). Unter folgender Adresse können Interessierte den Film herunterladen oder streamen: vimeo.com/altenburgerfilm/streuobstwiesen. red