Drei Trockenjahre in Folge haben die fränkischen Wälder schwer gezeichnet. Es sind nicht mehr nur einzelne Bäume, die sterben, sondern ganze Waldflächen. Betroffen ist zunächst vor allem die Fichte. Der Flachwurzler findet kein Wasser mehr im Boden. Und nun kommt auch noch der Borkenkäfer dazu. Die geschwächten, verdorrenden Bäume können kein Harz mehr bilden, um ihn abzuwehren.

Das Holz muss jetzt rasch aus dem Wald, bevor die nächste Käfer-Generation ausfliegt. Aber es bleibt oft, weil praktisch unverkäuflich, im Wald liegen. Der Markt ist übersättigt durch die Unmengen. Es liegt aber nicht nur am Geld. Es fehlt schlicht und einfach Personal.

"Die Waldbesitzer sind teilweise nicht mehr in der Lage, das zu schaffen", stellt Angelika Morgenroth, die Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung (WBV) Bamberg, fest. Sie fordert daher, dass die staatlichen Forstdienststellen, die in Franken alle "hoffnungslos überlastet" seien, mit Personal aus dem weniger betroffenen Südbayern aufgestockt werden, um das Schadholz beseitigen, die Waldbesitzer beraten und bei der Wiederaufforstung unterstützen zu können.

Bei Hans-Rüdiger Schmittnägel, dem Leiter des Bamberger Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), rennt Morgenroth damit offene Türen ein. "Unsere Arbeitskapazität ist auf solche Arbeitsspitzen nicht ausgelegt", sagt er. Man bekomme jetzt schon Unterstützung durch andere Ämter. Doch auch damit sei eine flächendeckende Erledigung der Aufgaben nicht mehr möglich. Das Amt müsse Schwerpunkte setzen. "Wir versuchen es mit einer Priorisierung. Höchste Priorität hat derzeit eindeutig die Borkenkäferbekämpfung und danach das Wiederaufforsten. Wir arbeiten das von Fall zu Fall ab", schildert Schmittnägel die angespannte Situation.

Doch das Wiederaufforsten mit zukunftsfähigem Mischwald ist unter den aktuellen klimatischen Bedingungen nicht so einfach. "Wir konnten seit drei Jahren praktisch nichts mehr anpflanzen, weil es zu trocken war", erklärt der Amtsleiter. Das Problem kennt Morgenroth aus eigener Erfahrung. Sie versucht es selbst, überwiegend mit heimischen Baumarten. Esskastanie, Walnuss, Elsbeere und Speierling hat sie schon vor Jahren gepflanzt. Der Waldumbau sei aber eine Zukunftsaufgabe für Jahrzehnte. Sie sieht jedoch bei sich auf dem Jura, dass die vor über 100 Jahren gepflanzten Fichten- und Kiefernwälder immer noch dominieren. Und sterben. "Die Fichte wird sich nicht halten können, die haben wir schon verloren. Die Kiefer folgt", stellt Morgenroth fest. Auch die Buche sei betroffen.

"In Deutschland werden wir dieses Jahr 200 000 Hektar Wald verlieren", meint Morgenroth. "Und wenn der Wald fehlt, dann wird es für alle schwierig. Dann steigen die Temperatur und der CO2 -Gehalt in der Luft, dann fehlt der Wald als wichtiger Wasserspeicher", mahnt sie. Und Schmittnägel stellt fest: "Wir haben alle gewusst, dass der Klimawandel kommt, und geglaubt dass wir den Wald noch umbauen können. Wir haben aber nicht erwartet, dass er nun so schnell kommt."