Das Projekt "5 für 500" der Initiative Rodachtal ist in seine zweite Runde gestartet. Die Förderbescheide in einer Gesamthöhe von 100 000 Euro, die aus dem Regionalbudget des Amtes für ländliche Entwicklung Oberfranken kommen, sind angekommen. Insgesamt werden 36 Kleinprojekte und acht große Vorhaben bezuschusst.

Seit zwei Jahren gibt es an der Johann-Gemmer-Grundschule in Ahorn die Bienen-AG im Rahmen der Mittagsbetreuung von Monique Nickel. Als im vergangenen Jahr der erste Honig selbst geschleudert und abgefüllt wurde, konnte der Stolz der Imker-Eleven kaum größer sein. Immerhin 40 Kilogramm Honig war der Lohn der Arbeit. In 250 Gramm-Gläser abgefüllt, waren das rund 160 Gläser, die zum Teil auf Basaren der Schule zugunsten der AG verkauft wurden.

Zoe, Theresa, Finn, Mia, Tizian und die anderen sind begeisterte Imkereischüler und haben mit ihrer Rektorin Gabriele Walther und Matthias Reg erfahrene Hobbyimker zur Seite. "Das Interesse der Kinder ist groß", sagt die Rektorin. "In der Bienen-AG lernen unsere Schüler den Umgang mit der Natur und im Speziellen mit den Bienen, erfahren von der Bedeutung der kleinen Bestäuber und Honigsammler und erfahren im Umgang damit, dass Nahrungsmittel zu erzeugen auch Arbeit ist." Der Förderverein nimmt sich der AG an und hat bereits die Imkerschutzkleidung für Kinder und Betreuer nebst Grundausstattung finanziert.

Nun hat sich der Antrag des Gremiums an die Initiative Rodachtal noch einmal ausgezahlt. Über deren Projekt "5 für 500" gab es jetzt den Förderbescheid in Höhe von rund 650 Euro, und der wurde von der Gemeinde Ahorn noch einmal um gut 150 Euro aufgestockt. Angeschafft wurden für insgesamt 810 Euro eine neue Honigschleuder, eine Edelstahlpfanne und ein Feinsieb. Zwei Bienenvölker sind in den Bienenkästen im Garten der Schule. Die Kinder haben ihre Bienenhäuser liebevoll angemalt und im vergangenen Jahr auch selbst Etiketten für ihren Honig entworfen und gestaltet.

Ein neuer Lehrling

Tizian wurde die Imkerei quasi mit in die Wiege gelegt. Matthias Reg, der die AG mit aufgebaut hat, ist sein Vater. "Wir haben 18 Bienenvölker, die im Garten und auf den Wiesen in der Nachbarschaft unterwegs sind und fleißig Honig sammeln", verrät der Junge. Vater Matthias indes hat inzwischen schon einen neuen Lehrling. Sonntags nämlich geht ihm Ahorns Bürgermeister Martin Finzel, auch Vorsitzender der Initiative Rodachtal, zur Seite. Er will die Imkerei etwas näher kennenlernen. "Honig ist ein regionales Produkt und steht für regionale Wertschöpfungsketten", meint Finzel, und auch deshalb sei es wichtig, Kinder mit heranzuziehen und sie mit dem sorgsamen Umgang mit der Natur vertraut zu machen.