Der 1. FC Knetzgau setzt ein Zeichen in Sachen Völkerverständigung: Die Knetzgauer Fußballer unterstützen, wie der Verein mitteilte, "Real Builsa United", einen kleinen Fußballverein aus dem westafrikanischen Ghana. "Uns ist aufgefallen, dass wir noch über mehrere komplette Trikotsätze verfügen, die noch top in Schuss sind, aber leider nicht mehr gebraucht werden beim FC", erklärt Alexander Klauer, Vorsitzender des FC Knetzgau. Da kam nach Aussage Klauers schnell die Idee auf, dass der FC, der Integrationsarbeit mit Geflüchteten leistet, die Trikots einem afrikanischen Team zur Verfügung stellt. "Bei uns spielen ja mehrere Spieler afrikanischer Herkunft und da haben wir uns gedacht, dass es ja Sinn machen würde, einen afrikanischen Verein da mal ein wenig zu unterstützen."

Da die Verantwortlichen des FC die Trikots nicht einfach an einen Verein geben wollten, zu dem es keinerlei Bezug gibt, hatte der FC-Schriftführer Benjamin Schraven eine Idee: Er kontaktierte seinen Bekannten Stephen Adaawen, der aus Ghana stammt und mittlerweile für die Vereinten Nationen in Bonn und eine niederländische Universität tätig ist. Adaawen ist ein großer Förderer seines Heimatvereins "Real Builsa United" und war laut FC-Angaben von der Trikot-Idee angetan. "Uns war es sehr wichtig, dass es auch eine persönliche Beziehung zwischen den Vereinen gibt, denn das Ganze soll mehr als nur eine Spendenaktion sein. Wir wollen mit den Jungs in Ghana ein bisschen im Austausch bleiben. Aktive Völkerverständigung im Sport sozusagen", sagt dazu FC-Schriftführer Schraven, der selber im Bereich Entwicklungszusammenarbeit arbeitet und eine Zeitlang in der Nähe von San-dema im Norden Ghanas gelebt und gearbeitet hatte.

Mehr als Freizeitkicker

Die Mannschaft von "Real Builsa United" besteht nach den Vereinsangaben dabei nicht nur aus begeisterten Freizeitkickern. Vielmehr haben sie schon etliche Talente hervorgebracht und werden in der kommenden Saison wohl in der zweiten ghanaischen Liga spielen. "Es ist sicherlich nicht schlecht, wenn auch bei uns mehr Leute erfahren, unter welchen Umständen woanders auf der Welt Fußball gespielt wird. Bei der Qualität der meisten Spielflächen in Ghana würden unsere einheimischen Platzwarte wahrscheinlich wahnsinnig werden", fügt Benjamin Schraven mit einem Augenzwinkern an. red