Kronach — Jede Menge Tränen der Rührung und Wehmut, vor allem aber herzliche Worte des Dankes und der Wertschätzung galten Elisabeth Zapf. Obwohl ihr doch alle den Ruhestand von ganzem Herzen gönnen, lässt man sie doch nur ungern ziehen: Seit 1991 gehörte Elisabeth Zapf dem katholischen Maria-Theresia-Gerhardinger-Kindergarten - besser bekannt als "Rosenberg-Kindergarten" - an. Über diesen Zeitraum hatte die "Kinderpflegerin mit Leib und Seele" das Bild der Einrichtung entscheidend mitgeprägt und dabei nicht nur unzählige Male mit den Kindern gemalt, gebastelt und gespielt, sondern vor allem auch einen wesentlichen Beitrag für deren Erziehung und die Vermittlung christlicher Werte geleistet. Kurz vor ihrem letzten Arbeitstag wurde ihr nun im Beisein ihrer Familie ein zu Herzen gehender Abschied bereitet.

"Elisabeth, komm hierher. Wir singen dir ein Abschiedslied und dann auch noch viel mehr!" Die Mitarbeiterinnen hatten mit den Kindern des "Spatzennestes" und der "Mäusefamilie" schöne Lieder und Tänze vorbereitet, um damit "ihrer Elisabeth" bei einem kleinen Abschiedsfest im Kiga-Garten für all das Gute der letzten fast 30 Jahre an der Einrichtung zu danken.

"Leider können wir kein großes supertolles Abschieds-Sommerfest feiern. Aber es kann auch im kleinen Kreis superspitzenklasse werden", zeigte sich Kiga-Leiterin Birgit Kestel sicher. Diese konnte Elisabeth Zapf gleich am Anfang ihres Berufslebens begleiten, besuchte doch Birgit Kestel als Kind ab 1972 drei Jahre lang den Kindergarten in Friesen - just ab dem Jahr, in dem die Kinderpflegerin dort ihre Tätigkeit aufnahm. Nach einem "Abstecher" in den Neufanger Kindergarten, kam Elisabeth Zapf ab 1991 in den Rosenberg-Kindergarten, dem Birgit Kestel mittlerweile seit rund 23 Jahren nunmehr selbst als Leiterin vorsteht. "Wir haben mal nachgerechnet", erklärte Birgit Kestel. Wenn man im Jahr 205 Tage im Kindergarten arbeite, dann sei ihre scheidende Mitarbeiterin fast 6000 Tage im Rosenberg-Kindergarten gewesen. "Und das sehr gerne. Ich bin jeden Tag mit Freude gekommen", ergänzte die junggebliebene 66-Jährige, die sich dann tatsächlich über eine "superspitzenklassen"-mäßige Abschiedsfeier freuen durfte.

Die Kinder - von den Jüngsten bis hin zu den Großen, für die selbst Abschiednehmen von ihrer Kita angesagt war - legten sich dabei mächtig ins Zeug, um sich bei ihr mit Liedern, Tänzen und kleinen Vorträgen für deren Liebe und Herzenswärme, ihren Forschergeist und ihre guten Bastelideen sowie das Kochen der Lieblingsgerichte der Mittagskinder zu bedanken. Angestimmt wurden unter anderem "Du bist spitze", "Gottes guter Segen", den eigens für sie umgedichteten Peter-Maffay-Hit "So bist Du" sowie "Good bye, Adieu, Auf Wiedersehen". Die Kinder hatten gute Wünsche auf herzförmige Anhänger angebracht. Damit schmückten sie einen kleinen Apfelbaum, der sicherlich einen Ehrenplatz im schönen Garten der frischgebackenen Ruheständlerin finden wird. Daneben durfte sich diese auch über eine "Wohlfühl"-Gartenbank freuen, mit bequemen Auflagen, mit den Namen der Kinder versehenen großen Kissen, einem Fotobuch ihrer Kita-Zeit, süßen Leckereien, einer Flasche Sekt u.v.m.

Stets gut gelaunt

Herzliche Worte des Dankes entrichteten Vertreter des Fördervereins und Elternbeirats sowie Thomas Pyka. Auch namens der katholischen Kirchengemeinde und des ebenfalls anwesenden Pfarrers Thomas Teuchgräber würdigte der Geschäftsführer der Katholischen Kindertagesstätten im Dekanat Kronach das Herzblut, die Leidenschaft und die große Liebe zu den Kindern, mit denen Elisabeth Zapf ihren Beruf über Jahrzehnte ausgeübt habe. Er habe sie in den letzten über zehn Jahren, seitdem er seine Funktion innehabe, stets als lustige, immer gut gelaunte Mitarbeiterin erlebt, bekundete Pyka.

Sichtlich gerührt bedankte sich die nunmehrige Ruheständlerin für den ihr bereiteten liebevollen Abschied. "Ich war immer stolz, hier arbeiten zu dürfen. Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht und Freude bereitet, bis zum letzten Tag", räumte sie ein, und dass ihr der Abschied sehr schwer falle. Den Apfelbaum könne sie gut gebrauchen, da ihren eigenen der Biber angefressen habe. Überhaupt wolle sie viel Zeit in ihrem großen Garten verbringen sowie mit ihrer Familie - ihren Kindern und nunmehr auch ihrem ersten Enkelkind.

Auch sie selbst hatte schöne Überraschungen dabei; hatte sie doch kleine Herztörtchen gebacken. Zudem hatte sie jede Menge Spielstationen zuhause vorbereitet, an denen sich die Kinder so richtig austoben konnten.