von unserer Mitarbeiterin Sonja Adam

Guttenberg — Kämmerer Harald Kleiber ist mit der Aufstellung des Guttenberger Haushaltes fast ein Geniestreich gelungen. Denn trotz zahlreicher geplanter Investitionen bleibt letztlich der Gemeinde eine freie Finanzspanne in Höhe von 179 081 Euro.
Sie setzt sich aus der Investitionspauschale von 139 150 Euro und aus der Summe in Höhe von 87 681 abzüglich der Mindestzuführungsrate vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt in Höhe von 47 750 Euro zusammen. Der Kassenkredit soll 128 800 Euro betragen. Zur Durchführung der Maßnahmen des Vermögenshaushaltes soll der Kassenkredit auf 200 000 Euro festgesetzt werden.
Der Verwaltungshaushalt ist durch die gängigen Ausgaben festgelegt. Er hat ein Volumen von 722 792 Euro und übertrifft damit das vorjährige Volumen um rund 30 000 Euro, erklärte Kämmerer Harald Kleiber.

Digitalfunk kommt

Richtig Bewegung bringt der aktuelle Vermögenshaushalt ins Gemeindegeschehen: Für die Sanierung des Teilbereiches der Jahnstraße sind 75 000 Euro eingeplant, für die Umrüstung der Wehren auf Digitalfunk 12 500 Euro. Und auch der Zuschuss für den Umbau des Hortes ist 2015 fällig: Er beträgt 15 224 Euro.
Erklärungsbedarf sah Bürgermeister Eugen Hain (CSU) vor allem für die geplante Dachsanierung am Anwesen "Am Hohberg 2". Dass das Dach des denkmalgeschützten Anwesens noch vor dem Winter stabilisiert werden muss, ist unumgänglich. Doch was die Maßnahme letztlich kosten wird, übertrifft alle Erwartungen.

Mindestens 50 000 Euro Kosten

Eine Dachdeckerfirma hat die Schäden bislang auf 50 000 Euro geschätzt. Architekt Harald Schramm, der nun mit den Planungen betraut ist, allerdings bewertet die Schäden wesentlich schlimmer. Alles hängt vom Zustand der Dachbalken ab - und die seien verdeckt. Die Schätzungen belaufen sich auf 150 000 Euro bis 215 000 Euro - ersten Erkenntnissen zufolge.
"Aber von dem Dach geht akute Gefahr aus. Wir müssen das vor dem Winter machen. Das Leben ist manchmal hart in den Bergen", sagte Bürgermeister Eugen Hain. Natürlich werde sich die Gemeinde Guttenberg um Zuschüsse - auch seitens des Denkmalschutzes - bemühen.
Offen sprachen einige Räte an, ob es nicht günstiger sei, das Gebäude abzureißen. Doch da es unter Denkmalschutz steht, sieht Bürgermeister Hain keine Chance.
Der Schuldenstand der Gemeinde Guttenberg beläuft sich aktuell auf 369 071 Euro - das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung in Höhe von 713,97 Euro.
Im vergangenen Jahr ist die Verschuldung gegenüber 2013 um 70 948 Euro gestiegen. Doch Ende 2015 möchte die Gemeinde Guttenberg ihre Schulden auf 276 321 Euro zurückführen. Damit würde auch die Pro-Kopf-Verschuldung immens sinken.
"Wenn unsere Finanzplanung aufgeht, könnten wir 2019 schuldenfrei sein", so Eugen Hain. Allerdings relativierte der Bürgermeister diese Aussage. Denn sicherlich werde es in den nächsten Jahren weitere Investitionen geben.
Die Guttenberger Räte genehmigten ohne weiteren Kommentar den Haushalt 2015 und die Finanzplanung bis 2018. Auch die Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2014 wurde einstimmig akzeptiert.

Kostspieliger Ersatz

Per Einzelbeschluss genehmigten die Räte die Beschaffung von vier neuen Reifen für ein Bauhoffahrzeug. Den Zuschlag hat die Firma Horn aus Grafengehaig für 5797,68 Euro bekommen.
Auch der Einbau von zwei Öfen in das Anwesen "Am Hohberg 2" wurde einstimmig vom Gremium genehmigt. Den Zuschlag erhielt die Firma Elektro Küfner.