Trotz des Wintereinbruchs am Sonntagabend ließen sich zahlreiche Konzertgäste nicht davon abbringen, ein vergnüglich-kurzweiliges Faschingskonzert in der Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche mit der seltenen Kombination von Posaune und Orgel mitzuerleben.
Burkhard Ascherl an der Schuke-Orgel und Kurorchester- Posaunist Roman Riedel erwiesen sich als bestens aufgelegtes, gut aufeinander eingespieltes Solistenduo, das sich an diesem Abend nach allen Regeln der Kunst austoben konnte.
Die beiden huschten musikalisch immer wieder in ein anderes Faschingskostüm und spannten den Bogen von der Oper, über Operette hin zu Film- und Musical-Melodien. Mit seiner launig- informativen Moderation machte Roman Riedel, der vor jedem Block wie ein Posaunenengel schnell von der Empore in den Altarraum "einschwebte", die Zuhörer neugierig auf die nächsten Musikstücke. Schon eingangs war das Publikum pompös mit einer Bearbeitung von Richard Wagners "Einzug der Gäste" aus seiner Oper "Tannhäuser" begrüßt worden, bevor Burkhard Ascherl dann den bunt verkleideten Vogelfänger Papageno aus Mozarts "Zauberflöte" hereinließ und anschließend zusammen mit Riedels Posaune klangvoll in "Diesen heiligen Hallen" aus der gleichen Oper intonierte.
Italienisch temperamentvoll erklang Verdis bekannte Arie "La Donna è mobile", geheimnisvoll Puccinis "Nessun dorma", bevor der "Toreador" aus George Bizets "Carmen" sich eindrucksvoll in Szene setzte.
Danach ging es in die "Stadt der Musik", nach Wien. Elegant und leichtfüßig spielte Burkhard Ascherl den berühmten Walzer "An der schönen, blauen Donau" von Johann Strauß und brachte seine Schuke-Orgel wie ein großes Symphonieorchester zum Klingen. Mit dem Lied "Wien, Wien nur Du allein" verabschiedete man sich von Österreich. Bei der Filmmelodie aus der Fernsehserie "Miss Marple" sowie Scott Joplins bekanntem Ragtime "The Entertainer" für Orgel-Solo ließ Ascherl seiner Spielfreude freien Lauf, bevor beide Interpreten mit "Maria" & "Tonight" aus dem Musical "West Side Story" von Leonard Bernstein einen effektvollen Schlusspunkt setzten. Mit dem "Trombone Circus" von Christian Gouinguene als Zugabe bedankten sie sich für den begeisterten Schlussapplaus. red