Der viergleisige Bahnausbau wird die Gemeinde Strullendorf auch in der Zukunft noch weiter intensiv beschäftigen. Zahlreiche Einwendungen von privater Seite, aber auch von Seiten der Gemeinde wurden bereits im entsprechenden Planfeststellungsverfahren eingebracht. Einen Etappenerfolg in Sachen Bahnhof beziehungsweise dem zukünftigen Haltepunkt konnte der Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn (CSU) überbringen.

Seit 2017 gibt es vor Ort die Überlegung, dass auch der West-Zugang des Strullendorfer Bahnhofs barrierefrei ausgebaut werden soll. Damit will man den Zugang für Reisende mit Einschränkungen ermöglichen und gleichzeitig eine bessere Erschließung des Industriegebietes und die Verknüpfung mit dem Regnitz-Radweg erreichen. Insbesondere auch weil der Übergang am Stockweg wegfallen wird. Es wurde eine Kostenschätzung für die Westrampe von der Deutsche Bahn Netz AG über knapp 1,5 Millionen Euro netto vorgelegt, die zu Lasten der Gemeinde Strullendorf gehen.

Die Regierung von Oberfranken hat ihrerseits eine Förderung von 55 Prozent in Aussicht gestellt. Ein entsprechender Antrag wurde jedoch abgelehnt und an den Bund verwiesen, da "Ausbau von barrierefreien Bahnstationen grundsätzlich Bundessache" sei. Der Bund lehnte in der Folge seinerseits auch ab, da ein barrierefreier Zugang auf der Ostseite hergestellt wird.

Für Strullendorfs Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) ist die Verlagerung der Zuständigkeiten von einer Stelle zur anderen befremdlich. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Aktion "Bayern barrierefrei 2023" und ähnliche Kampagnen. Eigentlich sieht er in diesem Zusammenhang die Deutsche Bahn in der Pflicht, insbesondere, weil nach dem Ausbau der Strecke auf längere Zeiten mit keinerlei weiteren Ertüchtigungen zu rechnen sei. Nach Rücksprache mit dem Bundesverkehrsministerium und mit der Regierung von Oberfranken konnte Thomas Silberhorn der Gemeinde mitteilen, dass nun eine Fördermöglichkeit gefunden worden sei. Bisher war die Unterführung nur auf Fußgänger und Bahnreisende abgestellt. Diese und die barrierefreien Rampen seien auch für den Radverkehr geeignet. Eine solche Maßnahme könne nach dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gefördert werden. Voraussetzung ist, dass die Kommune als zuständiger Straßenbaulastträger die Unterführung zu einer "Geh- und Radwegeunterführung" aufwertet. Dies soll in der nächsten Gemeinderatssitzung geschehen.

Gespannt ist man im Strullendorfer Rathaus, wie mit den Einwänden der Gemeinde im Rahmen des Anhörungsverfahrens verfahren wird. So legt man großen Wert darauf, dass die Straßenüberführung im Verlauf der Südanbindung durch den Vorhabensträger, die DB Netz AG ausgeführt wird. Unter Berücksichtigung der aktuellen Kostenbeteiligung wäre eine Ausführung durch die Gemeinde auch überhaupt nicht nachvollziehbar.

Schutz für Biotop

Die Gemeinde Strullendorf hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ihre benannten Grundstücke nur flächengleich für eine vorgesehene frühere Biotopfläche auf den entsprechenden Flurnummern in Anspruch genommen werden. Für den Bereich nordwestlich der Bahnhofstraße bleibt die Kommune weiter bei ihrer Einordnung als Wohngebiet und sieht hier im Gegensatz zur DB Netz AG kein Mischgebiet.

Differenzen bestehen darüber hinaus in Bezug auf den Schallschutz. Ist doch für die Gemeinde die Verlängerung der Schallschutzwände im Süden unverzichtbar. Nur so kann die begonnene Planung zum Bebauungsplan "Straßäcker und Gewerbegebiet Schleifweg" für den Bereich der (künftigen) Südanbindung und der Industriestraße bzw. dem Auweg fortgesetzt werden.

Die Gemeinde Strullendorf wird zeitnah ein Beweissicherungsverfahren zum Zustand der Gemeindestraßen in Auftrag geben, um bei eventuellen Schäden in der Bauphase Regressansprüche geltend machen zu können. Sollten private Haus- und Grundstückseigentümer, zum Beispiel durch den Baustellenverkehr, dies ebenso befürchten, will die Kommune Unterstützung anbieten.

Letztendlich will man darauf dringen, dass der Bahnübergang Stockweg mindestens für Autos, Sprinter und Rettungsfahrzeuge so lange wie möglich offen bleiben kann, weil die Südanbindung möglicherweise erst im Nachgang zum Ausbau der viergleisigen Bahnanlage erstellt wird.