Die Marktgemeinde Wirsberg sieht in der Neufestsetzung des Wasserschutzgebietes für die gemeindeeigene Wasserversorgung "Land in Sicht". Bürgermeister Jochen Trier (FW) konnte im Gespräch mit Vertretern der Rathausverwaltung und des Wasserwirtschaftsamts Hof erreichen, dass von einer Einleitung eines Wasserrechtsverfahrens vor einer Durchführung entsprechender Abdichtungsmaßnahmen am Tiefbrunnen in der Au Abstand genommen wird.

Dem Gemeinderat war aber auch in der Sitzung am 8. Dezember 2020 zu verstehen gegeben worden, dass die 2019 eingereichten Unterlagen für das Wasserrechtsverfahren für die Neufestsetzung des Wasserschutzgebietes zu ergänzen sind. Bürgermeister Jochen Trier berichtete ferner, dass das ursprünglich für Dezember 2020 geplante Videogespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt nicht stattfinden konnte. Aufgrund weiterer coronabedingter Terminverschiebungen kam es am 24. September 2021 endlich zu dem notwendigen Gespräch mit der Fachbehörde.

Es fehlen noch Unterlagen

Danach wurde festgelegt, dass für das Wasserrechtsverfahren noch verschiedene Unterlagen nachzuliefern sind, so zum Beispiel hydrologische Zusatzarbeiten zur Darstellung des Einzugsgebiets. In diesem Zusammenhang wurden bereits mit den Stadtwerken Kulmbach und der Fernwasserversorgung Oberfranken Kontakt aufgenommen und über das Büro Piewak & Partner aus Bayreuth entsprechende Nacharbeiten veranlasst.

Klar ist auch, so Bürgermeister Trier, dass das Wasserwirtschaftsamt den vom Büro Piewak & Partner erstellten minimalen Vorschlag für ein Wasserschutzgebiet mittragen würde. In Kürze - voraussichtlich am 24. November - soll eine Informationsveranstaltung der Marktgemeinde Wirsberg mit dem Wasserwirtschaftsamt, dem Landratsamt und dem Büro Piewak & Partner stattfinden, um die Sachlage mit den Grundstückseigentümern und gegebenenfalls auch mit den Trägern öffentlicher Belang darzulegen. Dabei geht es insbesondere um die Art der möglichen Beschränkungen im "kleinen" Schutzbereich. "Damit soll erreicht werden, dass fragliche Punkte vor einer öffentlichen Auslegung geklärt werden. Erst danach erfolgt das Wasserrechtsverfahren und nach dessen positiver Beendigung können die erforderlichen baulichen Maßnahmen erfolgen", sagte der Bürgermeister.

Nach der Sanierung des Tiefbrunnens ist dann eine weitere Auslegung erforderlich, in der die Nachweise aufzuzeigen sind, die erst nach der Sanierung erstellt werden können, wie zum Beispiel eine erneute Altersdatierung des Rohwassers im Brunnen, ein neuer Pumpversuch, ein Brunnenausbauplan und Rohwasseruntersuchung. Trier: "Danach ist ein rechtlicher Abschluss des Gesamtverfahrens möglich."

Der Marktgemeinderat erklärte sich damit einverstanden, dass die Marktgemeinde die Kosten für weitere Ingenieurleistungen trägt. Für die Bedarfsplanung der Gesamtanlage wurde das Büro Ingenieur-Consult GmbH SRP Schneider + Partner aus Kronach angefragt. Das Büro beabsichtigt nun, im Vorgriff zunächst eine Grundlagenermittlung mit einer Wasserbedarfsberechnung und einem Versorgungsschema zur Darstellung der bestehenden Situation durchzuführen.

Darauf aufbauend sollen dann die notwendigen Maßnahmen und mögliche Alternativen darstellt werden. Die Kosten liegen bei 1930 Euro.