Die Versammlung der Teilnehmergemeinschaft zur Flurneuordnung und Dorferneuerung in Seubersdorf bot eine gute Gelegenheit für das Amt für Ländliche Entwicklung in Oberfranken, um alle Beteiligten über den aktuellen Stand zu informieren. Zugleich stellte Diplom-Ingenieur (FH) Siegfried Käb-Bornkessel weitere Ergebnisse der bisherigen Planungen und angedachten Projekte vor.
Käb-Bornkessel gab zunächst einen kurzen chronologischen Rückblick, beginnend bei den Vorstandswahlen der Teilnehmergemeinschaft für das Flurbereinigungsverfahren, und erwähnte die Ergebnisse der gemeinsamen Baustellenbesichtigung. Zudem wurden im vergangenen Jahr Absteckungsarbeiten durchgeführt, und 3000 Grenzsteine mussten im Rahmen der Neuverteilung der Grundstücke neu gesetzt werden. Daraufhin konnte das Amt für Ländliche Entwicklung die vorläufige Besitzeinweisung erlassen. Die festgestellten Ergebnisse der Wertermittlung werden zudem öffentlich bekannt gemacht.


Sanierung der Bildstöcke

Unter anderem erwähnte Käb-Bornkessel in diesem Zusammenhang die noch anstehenden Maßnahmen wie den Ausbau der Feldflur, insbesondere der Waldwirtschaftwege, und die Sanierung der Bildstöcke und Wegkreuze und verwies auf die Aktion: "Mehr Grün durch ländliche Entwicklung" und bat auch diese Möglichkeiten zu nutzen. Für "Lerchenstreifen", unter anderem nach Vorgaben der EU zum Schutz der Bodenbrüter, sind rund 2,5 Hektar in Seubersdorf vorgesehen. Zusammenfassend stellte Käb-Bornkessel fest, dass seit dem Beginn des Verfahrens Mittel in Höhe von rund 1,036 Millionen Euro nach Seubersdorf geflossen sind.
Siegmund Kolb vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg/Bad Staffelstein ging besonders auf die Bewirtschaftung der Dauergrünland-Flächen ein und zeigte Besonderheiten hinsichtlich der Agrarumweltmaßnahmen auf, die es zu beachten gelte. Er empfahl allen, sich bei Fragen rechtzeitig im Amt zu melden. Ringwart Florian Lorenz widmete sich den Bodenuntersuchungen, die bei allen Grundstücken auch wichtige Anhaltspunkte bezüglich der Wertigkeit der Flächen und Bodenbeschaffenheit, aber auch hinsichtlich der Düngung liefern. Um dies möglichst zügig durchführen zu können, stehen bei Friedbert Weiß in Seubersdorf die entsprechenden Gerätschaften inzwischen bereit.
Danach ergriff nochmals Siegfried Käb-Bornkessel das Wort und nannte weitere wichtige Vorhaben, die in Seubersdorf angedacht sind und umgesetzt werden sollten. Vor allem der dorfgemäße Ausbau der Ortsdurchfahrt wäre sinnvoll und notwendig. Der Kinderspielplatz/Bolzplatz könnte in das Umfeld des neuen Feuerwehrhauses verlegt werden, während sich der Gebäudekomplex des alten Feuerwehrhauses, nach entsprechenden Umbauten, durchaus als ein Dorfgemeinschaftshaus eignen würde.
Anschließend hatten die Seubersdorfer ausreichend Gelegenheit, ihre Fragen und Anliegen vorzubringen. Zur Sprache kam, dass Grenz- und Messpunkte offensichtlich beschädigt wurden. Dieser Umstand, kündigten Friedberg Weiß wie auch Käb-Bornkessel an, zwinge die Verantwortlichen zum Handeln; beide Redner ließen an dieser Stelle allerdings gleich durchblicken, dass die Kosten hierfür, falls nochmalige Vermessungsarbeiten notwendig werden, keinesfalls die Teilnehmergemeinschaft übernehmen werde.


Widersprüche entdeckt

Für eine längere Aussprache sorgten dann die im Rahmen der Grundstücksneuverteilung eingeplanten "Lerchenstreifen", also Flächen, die speziell zum Schutz der Feldlerchen bestimmt sind und die es auch als "Lerchenfenster" gibt. Selbst wenn es sich um ein Pilotprojekt der EU handelt, entdeckte BBV-Obmann Michael Bienlein in diesem Vorhaben gewisse Widersprüche. Die grundlegende Frage bei alledem sei aber, wie es zuvor schon in der Versammlung angeklungen war, wer letztendlich für die Bewirtschaftung dieser Flächen zuständig sei. Wäre dies die Teilnehmergemeinschaft, der Landkreis Lichtenfels oder die Stadt Weismain? Nachdem die Kommune genannt wurde, rief dies natürlich sogleich Bürgermeister Udo Dauer auf den Plan, der verdeutlichte, dass die Stadtverwaltung keinesfalls die Flächenpflege, geschweige denn Kosten hierfür übernehmen werde oder könne. Es gehe nicht an, dass den Städten und Gemeinden, die ohnehin immer mehr Verwaltungskosten zu tragen hätten, noch derartige Aufwendungen übernehmen müssten. Wenn der Bund diese EU-Verordnungen umgesetzt haben wolle, sollte er auch hierfür die entsprechenden Mittel bereitstellen, gemäß dem Prinzip "Wer bestellt oder anschafft, der muss auch bezahlen", konkretisierte Bürgermeister Udo Dauer.
Letzter Punkt, der innerhalb der Versammlung zur Sprache kam, war die Anliegerstraße im Innerortsbereich.