Mit 28 zu 22 Stimmen hat der Erlanger Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung den Haushalt 2020 beschlossen. Insgesamt sind Investitionen in Höhe von 63 Millionen Euro vorgesehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Große Projekte sind unter anderem Investitionen in die Kindertagesstätten und im Jugendbereich (9,7 Millionen Euro), in Schulen (11 Millionen Euro), die Sporthalle an der Hartmannstraße (6,5 Millionen Euro), in das Geh- und Radwegenetz, für Fahrradabstellanlagen (3,7 Millionen Euro) und in die Stadt-Umland-Bahn (3,8 Millionen Euro). Große Investitionsmaßnahmen wie die Sanierung des Kultur- und Bildungscampus Frankenhof laufen weiter. Die Gewerbesteuereinnahmen sind im Haushalt auf einen Rekordwert von 185 Millionen Euro angesetzt, die Einnahmen aus Ein-kommensteuer auf über 91 Millionen Euro.

Abermals kommt der Haushalt ohne Kreditaufnahme aus. Die Schulden der Stadt konnten im vergangenen Haushaltsjahr um 36 Millionen Euro abgebaut werden, weitere drei Millionen Euro werden im Januar getilgt. Mit dem neuen Haushalt werden noch einmal neun Millionen Euro Schuldenabbau angestrebt. Darüber hinaus werden die Bürger durch die Senkung der Grundsteuer um 15 Prozent entlastet. Für das umfangreiche Zahlenwerk sprachen sich die Fraktionen der SPD, der Grünen Liste und der FDP aus.

Entlastung auch für Mieter

Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) gab seiner Haushaltsrede die Überschrift "Nachhaltigkeit und Zusammenhalt". "Es geht um Zukunftsinvestitionen. Es geht um das Bohren dicker Bretter, damit sich Wirtschaft und Wissenschaft auch in Zukunft an unserem Standort entwickeln können. Und es geht auch darum, Haushalts- und Personalpolitik so verantwortungsvoll zu gestalten, dass wir auf konjunkturelle Veränderungen reagieren können", sagte Janik. Das Stadtoberhaupt hob die zahlreichen Maßnahmen für mehr bezahlbaren Wohnraum hervor und betonte, dass die Senkung der Grundsteuer um 15 Prozent über niedrigere Nebenkosten auch unmittelbar den Mietern zugutekomme. Durch die Investitionen in Bildung, Sport und Kultur entstünden weitere Orte für mehr Miteinander in der Stadt.

Beim Thema Nachhaltigkeit hob der Oberbürgermeister besonders hervor, wie die Verkehrswende vorangetrieben werde. Dazu gehörten die hohen Investitionen in die Infrastruktur für Geh- und Radwege und Fahrradabstellanlagen, das VGN-Innovationspaket mit stabilen Fahrpreisen für 2020 und einem preisgünstigen 9-Uhr-Ticket für Erlangen sowie die Zukunftsinvestitionen in die Stadt-Umland-Bahn.

Darüber hinaus hob Janik eine Reihe von Maßnahmen für eine klimafreundliche Stadt hervor. Dazu gehören die Planungen zur Umgestaltung des Zollhausplatzes in einen Klimaplatz, die Anbringung von Photovoltaikanlagen an der Rathausfassade oder auch die Verzehnfachung eines Förderprogramms für mehr Energieeffizienz in privaten Gebäuden. red