Er wirkt euphorisch und hofft, dass sein Team diese Form in das Frühjahr übernehmen kann, allerdings ist der angehende Polizist ohne Training und sieht seine Mitstreiter nur bei den Spielen. Spannend wird es ab März, denn dann entscheidet sich, wo er beruflich eingesetzt wird. Eine Frage, die sicher nicht nur in Scherneck viele beschäftigt, da der "Knipser" auch bei höherklassigen Vereinen im Notizblock steht.
Den Liga-Topwert in Sachen Remis halten die Bad Rodacher "Löwen". Bereits sieben Mal trennten sie sich unentschieden und können dazu mit je sechs Siegen und Niederlagen eine absolut ausgeglichene Bilanz vorweisen. Von Tradition kann man sich nichts kaufen. Viele ehemals große Vereine aus dem Coburger Land gibt es schon nicht mehr, anderen geht es derzeit nicht gut.
Dies trifft sicher nicht auf Heilgersdorf zu und der aktuelle Spielleiter und verletzte Goalgetter Tobias Schramm macht keinen Hehl aus den Ambitionen: "Wir wollen unseren 2. Platz auf jeden Fall halten und mal schauen was noch geht."
Ausblick, Anspruch und Vision
Der 34-Jährige lässt dabei offen, ob er selbst noch einmal eingreift, und auch ein verspätetes Comeback in der Kreisliga ist nicht auszuschließen. Fest steht, dass die "Schoko"-Tore auf jeden Fall helfen würden.
Bei einem anderen ehemaligen, langjährigen Bezirksligaverein, der Spvg Eicha, sieht es nicht ganz so gut aus. Die Situation ist für Außenstehende zweigeteilt. Der Verein ist bestens geführt, aber die erste Herrenmannschaft zählt nicht mehr zu den sportlichen Aushängeschildern im Landkreis.
"Ohne Fleiß kein Preis - unsere Trainingsauffassung lässt leider kaum mehr zu." Coach Carlo Werner ist lange genug im Geschäft und kann die Situation realistisch einschätzen. "Wir wussten vorher, dass es keine einfache Saison wird, aber im Verein behält man die Ruhe und versucht, zu verbessern, was möglich ist." Mit fünf Remis, zwei Niederlagen und nur einem Sieg aus den letzten acht Spielen, zeigt der Richtungspfeil in die falsche Richtung aus Sicht der "Trächer".
Der 53-jährige Ex-Profi Werner weiß aber, dass es so auch bei vielen anderen Teams aussieht und ist von der Qualität seiner Jungs überzeugt. Hinzu kommt, dass der eine Absteiger mit Eyrichshof/Ebern II fast sicher ist, da diese mit drei Punkten absolut abgeschlagen sind. Auch nur ein Relegationsplatz wird vergeben und belegt Staffelstein mit bereits sechs Punkten Rückstand zum rettenden Ufer "in" Rossach.
Zum Schluss glaubt Carlo Werner, noch einen interessanten Verbesserungsvorschlag zu haben: "Ich bin lange im Geschäft und schaue auch andere Sportarten an. Fußball ist ein Kampfspiel, da wird auch mal gegrätscht und das gehört dazu. Doch danach sollte man sich die Hand reichen, egal ob in der Jugend oder bei den Herren."
Der "Fußballgott" wie er von den Düsseldorfer Fortuna-Fans einst genannt wurde, könnte sich einen Sportgruß nach Schlusspfiff, wie es beispielsweise bei den Keglern üblich ist, vorstellen: "Ich denke, dabei würde man die Gemüter herunterbringen und bei einem Getränk im Sportheim können notfalls offene Kritiken aus der Welt geräumt werden."
Diese Vision solle vielleicht auch mal beim BFV überdacht werden, denn so könne man sicher manche Schiri-Schelte oder anders aufkeimende Unruhe im Keim ersticken. Bastian Bieberbach