Eigentlich war das Ergebnis höchst erfreulich, doch im Nachklang einer Corona-Reihentestung im mobilen Testzentrum an den Eberner Schulen gibt es nun trotzdem Ärger. Am 1. Dezember waren Schüler der drei weiterführenden Schulen in Ebern auf Corona getestet worden. Im Nachhinein hat das Ganze zu Empörung aus Elternkreisen geführt. Grund: Die Eltern erfuhren das Ergebnis - alle Testergebnisse waren negativ - aus den Tageszeitungen. "Ein Unding", wie eine Mutter meinte, weil die Eltern nicht vorab informiert worden seien.

Der FT hat nachgehakt. Laut Anfrage bei der Kreisbehörde hat das Landratsamt Haßberge das erfreuliche Ergebnis unverzüglich, nachdem es das Labor mitgeteilt hatte, an die Schulen weitergegeben. Noch vor Unterrichtsschluss und zu allererst habe man informiert, mit der Bitte, das Gesamtergebnis an die Kinder weiterzugeben.

"Erst anschließend haben wir diese Information an die Presse herausgegeben, auch um sicherzustellen, dass alle betroffenen Eltern von dem Ergebnis Kenntnis erhalten", stellt Monika Göhr, Pressesprecherin des Landratsamtes, klar. Es sei ein großes Anliegen gewesen, die betroffenen Schüler und Lehrer vom Ergebnis zeitnah zu unterrichten. Die Erfahrung zeige, dass sich die Übermittlung eines negativen Testergebnisses durch das Labor zeitlich hinziehen könne oder teilweise gar nicht passiere. "Eine Befundübermittlung an die Gesundheitsämter kann aktuell nur bei positiven Fällen gesichtet werden", so die Pressesprecherin.

Zum Vorwurf von Elternseite, dass es nicht sein könne, die Testergebnisse aus der Presse zu erfahren, wurde vom Landratsamt mitgeteilt, dass von einem externen Dienstleister der Regierung von Unterfranken die Bekanntgabe per Post zugesichert wurde, diese postalische Bestätigung liege bis jetzt nicht vor. "Das ist wohl in der Belastung der Labore begründet", vermutet Monika Göhr.

Beruhigende Nachricht

Dem Gesundheitsamt sei lediglich das Gesamtergebnis bekanntgegeben worden. Nur positive Laborbefunde würden automatisch dem Amt übermittelt. Da bei der Testung ein einheitlich negatives Ergebnis übermittelt wurde, habe sich das Landratsamt dazu entschlossen, dies zeitnah bekanntzugeben, um den wartenden Eltern die beruhigende Nachricht möglichst schnell zukommen zu lassen.

Einer empörten Mutter, die sogar behauptete, der Datenschutz sei missachtet worden, widerspricht das Landratsamt vehement, weil keine personenbezogenen Daten veröffentlicht wurden. Da die Testung freiwillig war, könnten durch die Veröffentlichung auch keine Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden. Nur die betroffenen und freiwillig Getesteten können durch diese Information konkreten Rückschluss auf ihr Ergebnis erlangen.

Ein weiterer Vorwurf ging in die Richtung, dass die Organisation für die Testung durch das Landratsamt absolut "katastrophal" gewesen sei. Dazu teilt das Landratsamt mit, dass es weder bei der Information der Eltern, noch bei der Durchführung der mehreren Hundert Testungen innerhalb weniger Stunden Komplikationen gab. Die Regierung von Unterfranken habe dem Gesundheitsamt bzw. den Schulen die Möglichkeit der Reihentestung am Freitag, 27. November, angeboten, der Test sollte bereits am Dienstag darauf erfolgen. So war Eile geboten gewesen. Die Testung wurde binnen weniger Stunden organisiert und die Schulen hätten dabei vorbildlich unterstützt. Sie haben die Eltern informiert sowie Einverständniserklärungen an die Schüler ausgegeben. Für diese kurzfristige Organisation gebühre den Schulen und allen Beteiligten ein besonderes Lob, so Monika Göhr, sie hätten alles schnellstmöglich organisiert.

Dazu noch ein persönliches Wort von Landrat Wilhelm Schneider: "Es wäre vielleicht einmal ein Dank angebracht, aber das kann man leider anscheinend nicht erwarten."