Chormusik bestimmte und bestimmt das Leben von Emilie und Manfred Meier, die am Donnerstag in Heßdorf glücklich und zufrieden ihre diamantene Hochzeit feierten. Für Musik hatten sie zeitlebens ein besonderes Faible, und im Grunde lernten sie sich auch oder gerade wegen der Musik kennen. Manfred wurde 1936 in Uttenreuth geboren und Emilie 1939 in Erlangen. Beide besuchten das Musische Gymnasium (Christian-Ernst-Gymnasium) in Erlangen und wählten, ohne noch voneinander zu wissen, das Wahlfach Schulchor. Aber richtig kennen und lieben lernten sie sich erst später beim Tanz.

Der Chorgesang begleitete das Ehepaar bis zum heutigen Tag. "Ein Leben ohne Chormusik ist eigentlich undenkbar", meinte Emilie mit glänzenden Augen, was auch nachvollziehbar ist, wenn man den musikalischen Lebenslauf des Paares verfolgt.

Manfred Meier, früher Rektor an der Schule für geistig Behinderte, ist nicht nur passionierter Chorleiter, sondern auch Komponist von über 200 gedruckten Einzeltiteln und wurde mit zwei Kompositionspreisen ausgezeichnet. Was beide zusätzlich noch verbindet, ist das Interesse an moderner Kunst, was im Laufe der Jahre zu einer größeren Grafiksammlung geführt hat, aus der schon mehrmals in verschiedenen Städten Exponate zur Ausstellung kamen.

In den gemeinsamen 60 Jahren hatten beide auch noch weitere Ämter im Chorwesen inne. Seine Frau Emilie, allenthalben wegen ihrer Emsigkeit "Biene" genannt, stand unter anderem der Aurach-Sängergruppe ebenso vor wie der Sängergruppe Höchstadt und war im Vorstand des Musikrats Erlangen-Höchstadt. Für ihr Engagement wurde Emilie Meier das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten und der bayerische Landespreis "Reife Leistung" überreicht.

Aktiv auf allen Ebenen

Seit der Gründung des Heßdorfer Singkreises, der weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt ist, führt Emilie Meier als Vorsitzende den Chor mit rund 100 aktiven Mitgliedern. Ab der Chorgründung 1988 bis Ende 2016 war Manfred Meier Chorleiter des Singkreises, der unter seiner Leitung auch Großwerke wie Haydns "Schöpfung", Mozarts "Krönungsmesse", Bachs "Weihnachtsoratorium" und weitere zur Aufführung brachte. Deshalb ist die derzeitige Pandemie ohne Chorproben, Auftritte und Konzerte doppelt schmerzlich. Neben der Organisation unzähliger Konzerte kann Emilie Meier zudem auf eine lange Reihe eigenveranstalteter Chorreisen ins In- und Ausland zurückblicken. Das Paar hat viel zu erzählen, wenn es um Konzerte und Chorreisen und Begegnungen mit anderen Chören geht, so ist der Auftritt beispielsweise bei einem Gottesdienst im Petersdom unvergessen, es gab Gastspiele in Paris, Barcelona, Amsterdam, in der Schweiz und weiteren Nachbarländern.

Manfred Meier leitete über 32 Jahre lang den Singverein Uttenreuth, 15 Jahre den Walter-Rein-Chor und den ASV-Chor Niederndorf, war zehn Jahre Gruppenchorleiter der Sängergruppe Erlangen und 25 Jahre Gruppenchorleiter der Aurach-Sängergruppe sowie stellvertretender Kreischorleiter des übergeordneten Sängerkreises Erlangen-Forchheim.

Das Ehepaar Meier wohnt seit 1985 in Heßdorf und hat noch eine weitere Leidenschaft: "Wir sind ausgesprochene Familienmenschen", betonen sie im Gespräch. Die Besuche der drei Kinder, denen sie ihre Passion weitergaben, seien immer ein besonderer Tag, vor allem wenn die sechs Enkelkinder ihren Großeltern einen Besuch abstatten. "Jeder Tag ist ein schöner Tag, wenn man morgens aufwacht und der Partner daneben auch noch atmet, es ist einfach ein Glück", meinte Emilie Meier schmunzelnd auf die Frage nach der Gesundheit.